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Norddeutsche Rundschau

22. August 2017 | 02:06 Uhr

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bewegt



War ja wieder klar: Jetzt ist der Innenstadt-Vermarkter Justus von Kries aus Hamburg schon mehr als ein halbes Jahr bei der Arbeit, und immer noch sieht es in Feldschmiede und Co. zum Teil trostlos aus. Alles rausgeschmissenes Geld. So könnte sie aussehen, die typische Itzehoer Mäkelei. Der Messias, wie er von Kritikern genannt wurde, kann also doch keine Wunder bewirken. Hat er aber auch nie behauptet, sondern sagt immer wieder gern: „Wir können nicht über Wasser gehen.“ Aber zu den Menschen, als da wären: Geschäftsinhaber, Hauseigentümer, Expansionsbeauftragte, Ansiedlungsinteressierte. Und wenn von Kries nun berichten kann, dass Vorhaben für mehr als 4000 Quadratmeter Innenstadt-Verkaufsfläche in der Pipeline sind, dann staunt der Laie. Das ist wahrlich nicht schlecht für ein gutes halbes Jahr. Es wird sicher noch Itzehoer Tugenden wie Geduld, Vertrauen und Optimismus brauchen, doch der berühmte Silberstreif ist zu sehen.

Blockiert



Allerdings nicht am La-Couronne-Platz. Alle machen mit, nur das Dammann-Zentrum in bester Lage bleibt außen vor. Verantwortlich dafür ist Hans Emil Lorenz, und der greift als Begründung wie so oft zurück in die Vergangenheit: Was Justus von Kries tue, habe früher der Handel- und Gewerbeverein ehrenamtlich gemacht. Es wird wieder einmal deutlich, dass Lorenz bis heute den Wechsel der Verantwortlichkeit zu Wir für Itzehoe und Stadtmanagement nicht verwunden hat. Doch dieses oft verwendete Wort „früher“ ist auch das Problem: Die Voraussetzungen mit Internet, weniger Kaufkraft und neuen Märkten in der Peripherie sind ganz andere geworden. „Früher“ – soll heißen: in der Zeit bis heute – ist aber noch mehr passiert. Stets habe er sich für die Stadt eingesetzt und immer nur Prügel eingesteckt. So sieht es Lorenz, unter leichter Vernachlässigung seiner eigenen Beiträge zu den Zwistigkeiten. Und deshalb mache er nicht mit bei den Bemühungen um Innenstadt-Revitalisierung: „Warum soll ich denen jetzt helfen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen?“ Nun – weil es seiner Heimatstadt helfen könnte durch attraktive Mieter im Dammann-Zentrum. Weil genau das ihm selbst wirtschaftliche Vorteile bringen könnte. Weil es die Kehrtwende zu gemeinsamem Wirken für die Stadt sein könnte. Wenn das keine guten Gründe sind, auch nach über Jahrzehnte gepflegten Differenzen über den eigenen Schatten zu springen.

Beklatscht



Zu Erfreulicherem: Erntedank-Gottesdienst der Fehrs-Schule in St. Laurentii. Die Jüngsten haben ihren Beitrag hinter sich und kassieren das verdiente Lob von Pastor Björn Schneidereit, der das Publikum noch einmal zu Applaus animiert. Dann aber bittet er um Stille, denn er wolle mit Gott sprechen. Sein Gebet endet wie immer mit einem Amen. Neu ist dagegen der Beifall der Kinder. Ist ja vollkommen logisch: Auge um Auge, Klatsch um Klatsch. So ist der Pastor sicher selten für ein Gebet gefeiert worden. Die nächste Stufe wäre die Begeisterungswelle La Ola.

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erstellt am 05.Okt.2013 | 00:31 Uhr

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