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Norddeutsche Rundschau

22. August 2017 | 13:25 Uhr

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Viel zu feiern



Positive Anlässe wollen gefeiert werden – auch und gerade in dieser schönen Stadt an der Stör. Deshalb hat es sich eingebürgert, dass die Verwaltungsspitze ausschwärmt, wenn Baugenehmigungen von einiger Tragweite zu überreichen sind. In dieser Woche waren die Itzehoer Versicherungen an der Reihe. Fürwahr ein Grund zur Freude, wenn eines der Vorzeigeunternehmen sich mit einem Neubau für Schulung und Büros zum Heimatstandort bekennt. Dieser wird sich optisch dem Hauptsitz anpassen, doch es bedurfte durchaus einiger Diskussionen, wie Itzehoer-Vorstandschef Wolfgang Bitter durchblicken ließ. Auch eine Glasfassade wäre möglich gewesen, fiel aber letztlich durch – und dabei spielte auch das negativ besetzte Wort vom Glaspalast eine Rolle. Hach, wie schön ist es, in der bodenständigen Provinz zu leben.

Nichts zu feiern



Natürlich kann man es mit der Bodenständigkeit auch übertreiben. Wie lange wurde schon über die Erweiterung der Kindertagesstätte Sude-West diskutiert. Jetzt zeigten sich beim Beschluss die guten, alten Fronten: Alle dafür, CDU und SPD mit ihrer Mehrheit dagegen. Bewilligte Fördermittel für den Anbau zweier Krippengruppen reichten den großen Fraktionen nicht. Ihre Haltung: Im Moment erfüllt die Stadt den Anspruch auf Betreuung von Kindern unter drei Jahren, also müsse nicht gebaut werden. Später vielleicht, wenn es – was zurzeit keiner weiß – nötig ist, auch wenn es dann keine Fördermittel mehr gibt. Da sprach Günter Wolter (IBF) wahre Worte: Politik solle Verlässlichkeit schaffen und zukunftsfähige Entscheidungen treffen. „Wenn wir hier nur reagieren, sitzen wir hier verkehrt.“ Das mag grundsätzlich für manchen zutreffen, aber in Sachen Sude-West gibt es nun zwei Möglichkeiten: Die Schwarzen und die Roten pokern erfolgreich, die U3-Plätze werden auch künftig nicht benötigt, und so können sie dann darauf verweisen, der Stadt viel Geld und inklusive der Fördermittel reichlich Steuergelder gespart zu haben. Oder aber die Plätze werden bald gebraucht, und mangels Alternative muss in Sude-West gebaut werden. Dann kann die andere Seite genießerisch vorrechnen, was die Stadt hätte sparen können, wenn nur früher so entschieden worden wäre. So oder so: Das Thema wird wohl in irgendeiner unerfreulichen Weise wiederkommen.

Wieder feiern



„Auf die nächsten 50!“ Solche Sprüche werden bei Geburtstagen gerne geklopft. Ortsvorsitzender Reinhard Bischof hätte beim Jubiläum des Itzehoer Kinderschutzbunds gern darauf verzichtet. „Unser Ziel ist es eigentlich, uns selbst überflüssig zu machen.“ Nun weiß Bischof als Richter schon von Berufs wegen, dass das so schnell wohl nicht der Fall sein wird – und blickte deshalb voraus: „Ich freue mich, Sie in 25 Jahren zum 75. Geburtstag wieder begrüßen zu dürfen.“ Dass Bischof dann noch Vorsitzender ist, scheint gesetzt, immerhin ist er es seit 17 Jahren und ist in der Zeit kaum gealtert, wie ein Film bewies. Ob es mit dem Rest der Runde allerdings was werde, bezweifelte Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen: „Ich bin dann auch schon 77.“ Also bitte, in 25 Jahren hat er damit wahrscheinlich noch nicht einmal das Rentenalter erreicht... Sofern es noch eine Rente gibt. Womit wir wieder bei den Kindern wären – und wie wichtig sie für unsere Zukunft sind. Wie wir es also auch drehen und wenden: Auf die nächsten 50!

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erstellt am 14.Sep.2013 | 00:31 Uhr

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