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Hattstedtermarsch Von diesem Windpark profitiert die Natur zweimal

Von Henner Heinrichs | 20.09.2010, 05:56 Uhr

Seit gut zwei Jahren entwickelt der Verein "Naturengagement Bürgerwindparks Nordfriesland" (NBN) Projekte, die die Interessen der Landwirtschaft innerhalb eines Naturpflegekonzeptes berücksichtigen.

Unter der Maxime "Klima- und Naturschutz aus und für die Region" managt der Verein die Ausgleichsflächen für den "Grenzstrom"-Windpark in Ellhöft und Westre an der dänischen Grenze, an dem die sieben Windkraftbetreiber der zwölf Mitglieder zählenden Vereinigung aus der Hattstedtermarsch beteiligt sind sowie Vertreter des Deich- und Sielverbandes, der Gemeinde, Landeigentümer und - nutzer, Jäger und die Arbeitsgemeinschaft "Jelstrom"."Ein lokales Bündnis""Wir sind keine Massenorganisation, sondern ein lokales Bündnis, dass das Ziel verfolgt, Windkraftgelder lokal in die Natur zu investieren. Wir wollen unterschiedliche Gesellschaftsgruppen zusammenführen", erklärte der Vorsitzende Brar Riewerts bei einem Ortstermin an einem rund drei Hektar großen Areal im Bereich der Jelstromschleuse in der Hattstedtermarsch.Neue IdeenAls bekannt geworden war, dass die Hattstedtermarsch im Regionalplan bezüglich der Windkraftnutzung zum "Ausschlussgebiet" ernannte werden sollte, entwickelten die Windkraftbetreiber die Idee für ihre Naturschutzaktivitäten. Sie beteiligten sich am "Grenzstrom"-Windpark. Voraussetzung für die Genehmigung des Parks an der dänischen Grenze aber war, dass die alten Anlagen in der Marsch demontiert wurden. "Die Gelder zum Erwerb der Flächen stammen größtenteils aus den Pflichtabgaben der Windparkbetreiber für Ausgleichsflächen", erläuterten Riewerts und seine Mitstreiter Jens Feddersen und Michael Drechsler.Vieles ist bereits umgesetztFür die vom Verein und dem Kreis Nordfriesland bisher erworbenen unterschiedlichen Flächen von insgesamt 22 Hektar hat der NBN in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde, die beim Kreis angesiedelt ist, bereits ein Pflegebewirtschaftungskonzept zur dauerhaften landwirtschaftlichen Nutzung entwickelt: Basis ist der Wiesenvogel- und Amphibienschutz. Umfangreiche biotopgestaltende Maßnahmen, wie das "Aufweiten" von Gräben, das Abflachen von Grabenufern und das Vergrößern von Kleingewässern sind bereits umgesetzt.Ausgleich leisten"Wer in die Natur eingreift, muss dafür einen Ausgleich leisten. Sofern keine geeigneten Kompensationsmaßnahmen möglich sind, muss für den Eingriff Ersatzgeld gezahlt werden", betonte Stefanie Vogel von der Unteren Naturschutzbehörde. Im Landesnaturschutzgesetz sei geregelt, dass diese Mittel an die Naturschutzbehörden abzuführen sind.