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Sommerferien 2022 in Dagebüll Deich-Freikarten für Einwohner sind da - Kurtaxe für Urlauber und ein Tourismuschef sollen kommen

Von Anja Werner | 12.07.2022, 15:54 Uhr

Für Heinke Boysen waren die Grünstrand-Freikarten ein Herzenswunsch. Nun möchte die Fremdenverkehrsexpertin die Professionalisierung der touristischen Strukturen voran bringen.

Auf dieses Angebot hat Heinke Boysen, Vorsitzende des Dagebüller Tourismusausschusses, lange gewartet: „Das hat mir seit Jahren so am Herzen gelegen. Ich bin sehr froh, dass nun eine spontane Umsetzung möglich war.“ Gemeint ist der Gebührenfreie Besuch des Badedeiches für alle Dagebüller. Diesen beschlossen die Gemeindevertreter ziemlich spontan während ihrer jüngsten Sitzung.

„Genau so zügig haben wir das dann auch umgesetzt, die Nachfrage ist groß“, sagt Heinke Boysen. Damit ist eine Situation beendet, die in den vergangenen zwei Jahren bei vielen Dagebüllern für Verdruss gesorgt hat.

Eine neue, barrierefreie Badestelle, neue Badebuden, neue Umkleiden, neue Promenaden, neue Duschen und Sandkisten - den Gästen auf dem Badedeich in Dagebüll wird einiges geboten. Doch das hat auch seinen Preis. Seit zwei Sommern müssen alle volljährigen Besucher in der Zeit vom 15. April bis 30. September an einem Automaten ein Tagesticket für zwei Euro ziehen.

Karten gibt es in der Touristinformation

„Für Urlauber ist das gar kein Problem, die kennen das aus anderen Urlaubsorten in Schleswig-Holstein“, sagt Heinke Boysen. Doch von vielen Dagebüllern gab es Kritik, sie wollten weiter wie seit Generationen ohne Eintritt an ihrem Grünstrand im Sommer baden gehen. Die Festlegung einer Strafgebühr, verhängt durch einen Kontrolleur für alle Ticketlosen Deichbesucher ließ die Wogen nochmal höher schlagen.

Doch damit ist es nun, dank einer Vereinbarung mit dem Amt Südtondern, vorbei. Personalisierte Saisonkarten mit Namen für den Badedeich können sich alle Dagebüller bei der Touristinfo in der Nordseestraße abholen. „Und zwar nur dort, im Amt in Niebüll werden diese Karten nicht ausgegeben“, sagt Heinke Boysen.

Die Nachfrage nach diesen Saisonkarten, die normalerweise 50 Euro kosten, sei groß, ebenso die Freude und Zufriedenheit vieler Kartenabholer. Durch den Bau des Klimadeichs war die Badestelle drei Sommer nicht nutzbar, zudem schloss wegen Sicherheitsmängeln auch noch das Freibad in Fahretoft, das auch nicht wieder öffnen wird. Deshalb sei die Gemeinde froh, nun auch etwas Gutes in Sachen Badefreuden tun zu können.

Kurabgabe für Urlauber bleibt das Ziel

Das Ziel von Heinke Boysen bleibt, dass künftig die Automaten am Badedeich noch weniger Strandtickets drucken müssen, weil die Urlaubsgäste eine Kurabgabe zahlen, die bereits mit der Bezahlung der Ferienunterkunft mit abgebucht wird. „Viele Urlauber sind fast irritiert, dass das nicht so ist, weil sie es so von anderen Ferienorten an Nord- und Ostsee so kennen“, sagt die Tourismusexpertin.

Eine Kurabgabe hätte auch psychologisch einen positiven Effekt. Denn das automatische Abbuchen werde kaum als zusätzliche Zahlung wahrgenommen. Das tägliche Bezahlen am Automaten dagegen schon. Doch die rechtlichen Voraussetzungen dafür werden in diesem Sommer nicht mehr geschaffen werden können.

Ebenfalls auf die kommende Saison vertagt ist derzeit die Einstellung eines Tourismusmanagers, der im aufstrebenden Ferienort an der Nordsee das touristische Angebot sowie das Marketing weiter professionalisieren soll. Diesen Job machte kommissarisch bis Ende des vorigen Jahres Gerd Neumann. Dies war nach der Auflösung der ehemals gemeinsamen Tourismusgesellschaft von Dagebüll und Niebüll nicht mehr möglich.

Tourismus-Geschäftsführer hat Dagebüll schnell wieder verlassen

Die Trennung war nötig, da der Tourismus für Dagebüll eine viel größere Rolle spielt als für Niebüll. Seit 1. Januar gibt es daher nun die Dagebüll Tourismus GmbH. Für die gab es vorübergehend auch einen Geschäftsführer. „Doch der hat uns leider schnell wieder verlassen. Es ist unglaublich schwer geworden, jemanden für einen solchen Posten zu bekommen“, sagt Heinke Boysen. So hat diesen Job nun kommissarisch der Finanzausschussvorsitzende und Reiseanbieter Klaus Schmidt übernommen.

„Ich weiß nicht, wo die vielen Mitarbeiter in der Tourismusbranche geblieben sind, die Personalnot ist riesig.“
Heinke Boysen
Vorsitzende Tourismusausschuss

Allgemein sei der Personalmangel im Tourismus auch in Dagebüll riesig. Dabei werden dort demnächst noch mehr Mitarbeiter dringend gebraucht werden. Der neue große Wohnmobilplatz wird offiziell eröffnet, ein großes Einkaufszentrum, eine Mutter-Kind-Kurklinik und weitere Ferienwohnungen sollen gebaut werden. Das bedeutet viele neue Arbeitsplätze. An sich für eine Gemeinde ein Grund zur Freude. „Doch es wird sehr schwierig werden, die Arbeitsplätze auch zu besetzen“, sagt Heinke Boysen.

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