Ein Artikel der Redaktion

Nordfriesland Tageblatt Moderner Lebensretter für Niebüll

Von Redaktion shz.de | 17.06.2015, 10:58 Uhr

Die Freiwillige Feuerwehr Niebüll-Deezbüll nahm die 440 000 Euro teure Anschaffung mit großem Bahnhof in Empfang

Großer Bahnhof für eine große Anschaffung: Vor einer stattlichen Kulisse von Vertretern der Feuerwehren von Tondern bis Husum und deren Dachorganisatoren, Rettungsdiensten, Polizei sowie Stadtvertretern nahm die Freiwillige Feuerwehr Niebüll-Deezbüll ein neues Löschfahrzeug in Empfang. Es handelt sich bei der 440 000 Euro teuren Anschaffung um ein „Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug“ – kurz HLF 20 -, das ein breites Spektrum von Einsätzen abdecken kann.

Die Notwendigkeit für den Kauf dieser neuen Fahrzeugeinheit ergab sich aus dem städtischen Brandschutzbedarfsplan von 2005. Die für 2013 vorgesehene Indienststellung verzögerte sich wegen europaweiter Ausschreibung und bürokratischer Hürden. Doch jetzt ist neue Auto da.

Den Einsatzmöglichkeiten und Erwartungen entsprechend fiel auch das von Stefan Findeisen gestaltete Szenario der Ankunft aus. Das HLF 20 musste, um auf dem Hof der Feuerwache zu landen, eine riesige Wand aus Wasser und Rauch durchbrechen. Danach übergab der Vertreter der Lieferfirma den Fahrzeugschlüssel an Bürgermeister Wilfried Bockholt, von dem er an Wehrführer Uwe Mussack und Gerätewart Uwe Plackties weitergereicht wurde.

Nach kurzen Reden und Grußworten von Wehrführer Mussack, Bürgermeister Bockholt und Kreiswehrführer Christian Albertsen sowie Fürbitte und Segen durch Pastor Dr. Christian A. Winter war Gelegenheit, das Fahrzeug zu besichtigen.

In den nächsten Tagen sollen die Einsatzkräfte der Wehr eingewiesen werden. Erst danach wird es zum Einsatz kommen. Es soll, wie Mussack erklärte, die nach dem „Einsatzleitwagen“ erstausrückende Fahrzeugeinheit sein – einerlei ob zu Bränden oder technischen Hilfeleistungen. „Es wird uns künftig taktisch einen deutlichen Vorsprung in der Gefahrenabwehr liefern“, ist sich Uwe Mussack sicher.

Auf der Fahrt zum Einsatzort können sich jetzt fünf statt bisher zwei Einsatzkräfte Atemschutzgerät anlegen. Die Ausstattung ermöglicht schnelle Verfügbarkeit von Löschschaum und Netzmittel. Auf dem Dach ist ein Wasserwerfer montiert, der große Mengen Löschwasser ausstößt. Neben einer Seilwinde ist eine komplette technische Ausrüstung an Bord und sind alle Gerätschaften „themenorientiert“ verstaut.

Danach gab sich die Freiwillige Feuerwehr Niebüll-Deezbüll gastlich und lud zu einer Stärkung ein, während „Harry“ in die Saiten seiner Gitarre griff und es mit rockiger Power á la „Truck Stop“ krachen ließ.