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Niebüll "Künstlerischer Dialog mit Mao Tse-tung"

Von dew | 03.09.2010, 03:59 Uhr

"Zeitgenössische Kunst aus dem Land der Mitte" war das Motto der jetzt zu Ende gegangenen Sommerausstellung in der Stadtbücherei.

Dort zeigte der Bildhauer, Maler und Grafiker Ren Rong 34 Arbeiten (wir berichteten). Eine Skulptur, eine Art Fabelwesen und Mischung aus Mensch und Natur, umtanzt von einem Damen-Quintett, ist allerdings in Niebüll geblieben. Sie ging dank großzügiger finanzieller Patenschaft aus Niebüll und Leck in den Besitz der Stadtbücherei über. Büchereichef Ronald Steiner hatte sich in die Skulptur "total verguckt". Er stellte sie im Atrium auf den Mühlstein und proklamierte sie zum "Markenzeichen des kulturellen Mittelpunkts der Innenstadt", der mehr sei als "nur" die Bücherei. "Weil der Pflanzenmensch so glücklich schaut, haben wir ihn Felix getauft", sagte Steiner. Jetzt ist er im Besitz der Bücherei - für 4800 Euro. Den Löwenanteil der Summe haben die VR-Bank, die Stadtwerke, die Firma Jordt und Tiefbau-Feddersen aus Leck beigesteuert. Für den Restbetrag werden noch Sponsoren gesucht.

Der in Nanking (China) geborene Ren Rong hat Ateliers in Peking und in einer Villa in Bonn. Seine Beziehung zu Niebüll begann 1993, als ihm das Kieler Kultusministerium ein Stipendium gewährte und er bei einem Besuch "super freundlich" aufgenommen wurde. Es folgten zwei Ausstellungen, die aus Niebüller Sicht umso höher zu werten sind, als Ren Rong längst weltweit einen guten Ruf genießt. Seine Mao-Mütze veranlasst zur Frage nach seinem Verhältnis zu Mao Tse-tung. "Ich gehöre nicht zu seinen Anhängern, aber ich versuche, mit ihm in einen künstlerischen Dialog zu kommen."