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Zweiter beim Bundeswettbewerb Jan Jendrik Nielsen aus Niebüll kann mehr als Trecker fahren

Von volonf | 07.08.2020, 14:05 Uhr

Jan Jendrik Nielsen, Fachkraft Agrarservice, legte gleich zweimal ein sehr gutes Ergebnis hin

Jan Jendrik Nielsen geht voll in seinem Beruf als Fachkraft Agrarservice auf: Saat einbringen, Düngen, Mähen und Schwaden sind nur ein paar der Aufgaben, die er dabei übernimmt. Die aktuellen Verordnungen, wie beispielsweise die Gülleverordnung oder erforderlichen Abstände zu Gewässern muss er ebenfalls kennen und noch vieles mehr. Der 20-Jährige ist gern mit den Maschinen auf dem Feld, weiß aber auch, wie er Trecker und Co. warten muss. „Die Fahrzeugpflege ist ein ganz wichtiger Part, sie mindert den Verschleiß und zugleich auch die Brandgefahr“, erklärt der Niebüller.

Alles rund um die Feldarbeit

Für den gebürtigen Föhrer stand schnell fest, dass er beruflich gerne etwas in der Landwirtschaft machen möchte. Sein Großvater hat einen Betrieb mit Hühnern auf Föhr. „Zu Tieren hatte ich allerdings nie besonders viel Kontakt, deswegen entschied ich mich für die Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice, da geht es um alles rund um die Feldarbeit“, berichtet er.

„Die Ausbildung ist sehr praxisorientiert.“
Jan Jendrik Nielsen

Im Risum-Lindholmer Lohnbetrieb von Sönke Johannsen hat Jan Jendrik Nielsen während seiner Lehre viel gelernt. „Die Ausbildung ist sehr praxisorientiert“, sagt er. Das theoretische Wissen wurde auch an der Berufsschule in Rendsburg vermittelt.

Fest verankertes Fachwissen

Dass das Fachwissen seiner kürzlich abgeschlossenen Ausbildung bei ihm fest verankert ist, hat er bereits unter Beweis gestellt: Gemeinsam mit einem anderen Azubi wurde er Jahrgangsbester in ganz Schleswig-Holstein.

Berufswettbewerb in Bayern

Doch damit nicht genug: kurze Zeit später flatterte dem 20-Jährigen eine Einladung zum Bundesentscheid Berufswettbewerb Fachkraft Agrarservice in Triesdorf (Bayern) ins Haus, die die drei besten aus jedem Bundesland erhalten. Die Idee, bei diesem Wettbewerb andere aus dem Berufszweig kennenzulernen und sich mit ihnen zu messen, gefiel dem 20-Jährigen auf Anhieb. Auch sein Chef, Sönke Johannsen, war sofort angetan. „Wir haben in Deutschland einen sehr hohen Standard in der Landwirtschaft und die Auszubildenden müssen sehr viel lernen“, berichtet der Unternehmer.

„Wir haben in Deutschland einen sehr hohen Standard in der Landwirtschaft und die Auszubildenden müssen sehr viel lernen.“
Sönke Johannsen, Lohnunternehmer

Breites Wissenspektrum

Wie breit das Spektrum ist, zeigte auch der Wettbewerb, der trotz Corona stattfinden konnte: Es galt, in den Sparten Pflanzenbau und Landtechnik und Kommunikation Wissen, Geschicklichkeit und Können zu beweisen. Die Teilnehmer hatten Bauteile, Funktion und Einsatz von Pflug, Häcksler und Pflanzenschutzspritze zu erläutern und gegebenenfalls Probleme zu erkennen, um bestes Futter und Arbeitsergebnisse beim Kunden abliefern zu können.

Begeisterte Wettbewerbsrichter

Die Wettbewerbsrichter waren begeistert, mit welcher Sicherheit Pflanzenkrankheiten und Unkräuter von den jungen Fachkräften bestimmt wurden, wie Faustzahlen zum Anbau von Kulturpflanzen (Mengenberechnungen, Aussaattiefe, Erntemengen und Kostenschätzung) benannt wurden oder wie sicher ein Konzept zur Bodenbearbeitung zwischen Ernte und Aussaat aufgestellt werden konnte.

Gut behauptet

Jan Jendrik Nielsen konnte sich gegen seine 19 Mitstreiter sehr gut behaupten und belegte im bundesweiten Vergleich den zweiten Platz. Der erste und dritte Platz wurden von Kandidaten aus Bayern belegt.

„Ich bleibe erst mal hier bei Sönke.“
Jan Jendrik Nielsen, Fachkraft Agrarservice

Ein toller Erfolg, von dem der sympathische Nordfriese ganz unaufgeregt berichtet. Wie geht es nun für ihn weiter? „Ich bleibe erst mal hier bei Sönke“, sagt er, worauf hin sein Chef „das ist super“ einwirft. Nicht nur, weil in der Erntezeit jeder Mann gebraucht wird, sondern vor allem weil Fachkräfte, die ihren Beruf lieben, für jeden Betrieb extrem wichtig sind.

Dass er manchmal auch bis spät in die Abendstunden oder über Nacht arbeiten muss – je nach Schicht – nimmt der 20-Jährige gelassen hin. „Wenn ich weiß, dass Not am Mann ist, arbeite ich auch länger.“ Denn in der Landwirtschaft richtet sich nun mal viele Arbeiten nach dem Wetter.