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Neumünster Nabu: Statt Ginkgos lieber Winterlinden

Von bl | 25.02.2009, 03:59 Uhr

Der Naturschutzbund (Nabu) Neumünster appelliert an die Stadt, ihre Entscheidung, die neue Uferpromenade Am Teich mit Säulenginkgos zu schmücken, noch einmal zu überdenken.

Statt durch Ginkos sollte die Reihe der gefällten Linden lieber durch junge Winterlinden ersetzt werden, rät der Naturschutzbund. Dies empfehle sich sowohl aus Rücksicht auf das historische Stadtbild, als auch aus ökologischen Überlegungen, heißt es in einer Stellungnahme des Nabu zur geplanten Umgestaltung am Teichufer. Die Stadt hatte am Montag damit begonnen, die teils kranken, teils überalterten Linden an der Straße am Teich zu fällen.

Der aus Japan stammende Ginkgo gelte wegen seiner guten Resistenz gegenüber Schadstoffen zwar als ausgesprochen "industriefest" und sei ein robuster Stadtbaum, sein ökologischer Wert sei in unseren Breiten aber nahezu "so gering wie der eines Plastikbaumes", unterstreicht Nabu-Chef Dr. Björn-Henning Rickert: "Es gibt bei uns keine Tierart, der er Nahrung bietet und als Stadtluft reinigender Staubsauger taugt er mit seinen glatten Blättern auch nicht."

Ganz anders die heimischen Linden: Sie gelten wegen ihrer feinen Härchen auf den Blättern als ausgezeichnete Feinstaubfilter, und böten vielen heimischen Tierarten selbst in der Innenstadt noch Lebensraum, unterstreicht Rickert. So versorge die Linde zum Beispiel während der Blüte zahlreiche Insektenarten mit Nahrung.

Für den Naturschutzbund sei nicht nachvollziehbar, warum die Linden, die lange Zeit das Erscheinungsbild der Innenstadt maßgeblich mitgeprägt haben, jetzt durch Exoten mit geringerem ökologischen Wert ersetzt werden sollen, kritisiert Nabu-Chef Rickert. Die Planung für das Teichufer müsse daher noch einmal kritisch hinterfragt werden.