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Neumünster Helga Jones wird Leiterin der VHS Kiel

Von Dörte Moritzen | 01.06.2013, 03:59 Uhr

Neumünsteranerin wechselt im September in die Landeshauptstadt / Ein Nachfolger für den Posten steht noch nicht fest

21 Jahre lang war Helga Jones (58) für die Volkshochschule (VHS) Neumünster tätig - erst als freiberufliche Dozentin, später als Leiterin. Am 1. September wechselt sie nach Kiel und wird dort Chefin der drei Mal so großen Förde-VHS, zu der neben Kiel auch angrenzende Gemeinden wie Altenholz oder Kronshagen gehören.

An ihre einzelnen beruflichen Stationen erinnert sich die studierte Maschinenbau-Ingenieurin genau. Und sie weiß: "Jede Tätigkeit für sich hat mich geprägt und auf die neue Herausforderung vorbereitet." Als sie 1992 nach Neumünster zog, begann sie schnell als freiberufliche Dozentin an der hiesigen Volkshochschule.

"Mein erster Kursus war eine PC-Schulung für die Stadtverwaltung", erzählt sie. Weitere Lehraufträge folgten, nicht nur an der VHS, sondern unter anderem auch an der Techniker-Fachschule in Kiel. Vier Jahre später bot ihr die VHS eine halbe Stelle an. Fortan war Helga Jones Programmbereichsleiterin für das Thema Berufliche Bildung, unterrichtete parallel außerdem freiberuflich weiter.

In den Jahren 1998/1999 kam sie zur Stadtverwaltung und kümmerte sich dort mit einer halben Stelle um das Projekt "Jugend ans Netz". Es ging darum, Schüler an das Internet heranzuführen, Zugänge zu schaffen. "Ich habe da viel gelernt: Fördermittel einwerben, Abläufe in der Projektarbeit, haushaltstechnische Abläufe", zählt Helga Jones nur ein paar Aspekte auf. Auch die aktuelle Stadtseite mit dem Namen www.neumuenster.de geht letztlich auf sie zurück. Denn sie überzeugte die Verantwortlichen bei der Stadt davon, dass die Seite notwendig sei. Gern erinnert sie sich daran, dass sie bei der Stadt in ihrem Büro den ersten Internetzugang mit einem Modem hatte. "Da konnte man mich dann nicht anrufen, wenn ich im Internet war", sagt sie lachend.

Ab 2004 stand sie dann mit voller Stelle der VHS zur Verfügung. Von 2007 bis Ende 2012 übernahm sie noch die Leitung des Kiek In. Im Februar 2010 wurde sie Leiterin der VHS. In den Jahren zuvor hatte sie dort bereits mehrfach als Vertretung die Chefposition übernommen. Viele VHS-Projekte hat sie in ihrer Zeit in Neumünster begleitet. So werden seit 2005 wieder Schulabschlüsse angeboten. Ein wichtiger Schwerpunkt ist nach wie vor die EDV. "Sprachen sind in der VHS nach wie vor stark gefragt. Außerdem ist der Gesundheitsbereich zunehmend wichtig", weiß sie.

Während ihrer Zeit in Neumünster begleitete sie auch manches Bauprojekt. Auch momentan wird im Hause wieder modernisiert. Für die Chefin bedeutet das: Ihre Büroausstattung lagert vorübergehend in Kartons.

"Die VHS-Themen werden in Kiel vermutlich ähnlich sein", sagt die scheidende Leiterin. "Ich freue mich, dass ich viele Erfahrungen aus Neumünster in Kiel noch mal neu umsetzen kann", sagt Helga Jones. Ihr Ziel ist es, die Angebote der VHS auch zu den schwierigen Standorten zu bringen, wie zum Beispiel das Ostufer. Außerdem erwarten sie dort Aufgaben, die es nur dort gibt: So hat die VHS mittlerweile die Kiellinie bei der Kieler Woche übernommen.

Vorerst will Helga Jones, die verheiratet ist, zwei Kinder und vier Enkelkinder hat, in Tungendorf wohnen bleiben und weiterhin mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. "Die Fahrradstrecke wird sogar kürzer. Ich schiebe nur ein Stück Bahn dazwischen", sagt sie lachend.

Wer ihre Nachfolge als VHS-Leiter in Neumünster antreten wird, steht zurzeit noch nicht fest.