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Bornhöved Gemeinde setzt auf Schilf und investiert 400 000 Euro

Von Ralf Seiler | 11.12.2014, 05:00 Uhr

Es gab den ersten Spatenstich für die neue Klärschlammvererdungsanlage.

Die Entstehung von Klärschlamm als Reststoff ist bei der Aufbereitung von Abwässern nicht zu vermeiden. In der Gemeinde Bornhöved ist das in der ortseigenen Kläranlage zurzeit noch kein brisantes Thema. „Wir haben noch Glück. In der Gemeinde fallen fast nur häusliche Abwässer an. Der bei der Klärung anfallende Klärschlamm darf noch auf landwirtschaftlichen Feldern als Dünger eingesetzt werden“, erklärte Bornhöveds Bürgermeister Dietrich Schwarz. Doch die Gemeinde beugt vor. Jetzt gab es den ersten Spatenstich für die neue Klärschlammvererdungsanlage. Denn es werden Veränderungen in der Düngeverordnung erwartet. Kann der Klärschlamm dann nicht mehr in der Landwirtschaft verarbeitet werden, muss für teures Geld verbrannt werden. Eine eigene Verbrennungsanlage, die sogar noch für die Phosphatrückgewinnung geeignet ist, würde für Bornhöved jeden Rahmen sprengen. Eine zukunftssichere Lösung für die Gemeinde ist eine Klärschlammvererdungsanlage, da sind sich die Bornhöveder sicher. Nach der sechs bis sieben Jahre dauernden Vererdung in den geplanten Schilfbeeten bleiben gerade einmal rund 10 Prozent der ursprünglichen Schlammmasse übrig. Der verbleibende Rest Trockenmasse könnte sogar noch zwischengelagert, gesammelt und letztlich deutlich kostengünstiger verbrannt werden als unbehandelter Klärschlamm. Etwa 400 000 Euro will die Gemeinde in die Anlage mit ihren 3000 Quadratmeter großen Schilf- und Vererdungsbecken investieren. Schilfpflanzen und Bakterien sollen hierin künftig für den organischen und umweltverträglichen Umbau des Klärschlamms sorgen. Die dicken Folien, die einmal die Becken abdichten sollen, liegen bereits bereit. Im Frühjahr soll die neue Anlage fertig sein und ihren Betrieb aufnehmen.