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Keine KfW-Förderung für den TS Einfeld Fördertopf leer: Energieeffizienter Wiederaufbau des Vereinsheims nicht zu finanzieren

Von Gunda Meyer | 28.01.2022, 18:30 Uhr

Der TS Einfeld wollte für den Neubau seines Vereinsheims Fördermittel von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bekommen. Daraus wird nun nichts.

Es fehlte nur noch der Vereinsregisterauszug. Als Rüdiger Schmitt, Vorsitzender des TS Einfeld (TSE), am Montag alle Unterlagen zusammen hatte und den Antrag bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auf Förderung für den Bau eines energieeffizienten Vereinsheims einreichen wollte, stand auf der Homepage schon die unheilvolle Nachricht: Diese Bundesförderung wurde mit sofortiger Wirkung vorläufig gestoppt. Als Grund wurde die enorme Antragsflut der vergangenen Wochen genannt. Der KfW-Topf ist leer. Neue Förderanträge können also ab sofort nicht mehr eingereicht werden.

Verein kann sich ein hoch energieeffizientes Gebäude nicht leisten

„Das ist sehr ärgerlich. Wir wollten das neue Vereinsheim nach den besten Energiestandards bauen. Wir sind kein Wirtschaftsunternehmen, das diese Mehrkosten tragen könnte, sondern ein Verein. Wir können es uns nun schlicht nicht mehr leisten, auf dem geplanten Energieeffizienz-Level zu bauen“, sagt Schmitt. Für das Gesamtprojekt inklusive zweitem Bauabschnitt mit Bau eines Mehrzweckraumes hätte der Verein rund 600.000 Euro Förderung bekommen können.

Der Verein hatte für den Wiederaufbau des im September 2019 bei einem Feuer komplett zerstörten Vereinsheims eine so genannte KfW-40-Förderung im Auge. Das bedeutet, das Gebäude hätte so gebaut werden können (unter anderem mit Isolation, Solarthermie und energiesparenden Heizkörpern), dass am Ende rund 60 Prozent weniger Energie verbraucht worden wäre.

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Geld durch Erstellung des Förderkonzepts verloren

„Unser grüner Fußabdruck, den wir bewusst setzen wollten, wird nun nicht mehr so grün“, bedauert Schmitt. Außerdem sei ein oberer vierstelliger Betrag in die Erarbeitung des Förderkonzeptes geflossen, das für einen Antrag nötig ist. „Das Geld hätten wir mit der KfW-Förderung wieder reinbekommen, nun ist es weg“, so der TSE-Vorsitzende. Auch die späteren Energiekosten werden dadurch höher sein, weil nicht so energieeffizient gebaut werden kann.

Scharfe Kritik an der Entscheidung des Bundes

Wie dem TSE geht es bundesweit unzähligen Häuslebauern, die nun keine Förderungen bekommen. Kritisiert wurde das unter anderem von Alexander Blažek, Vorstandsvorsitzender des Grundeigentümerverbandes Haus & Grund Schleswig-Holstein: „Das kann sich die Politik nicht leisten, wenn die Wohnkosten nicht explodieren sollen. Bei geschätzten 1000 Euro energetischen Modernisierungskosten je Quadratmeter Wohnfläche, um die Voraussetzungen für eine Wärmepumpe zu schaffen, würde die Miete pro Jahr um 80 Euro steigen – pro Quadratmeter. Bei einer Wohnung mit 75 Quadratmetern würde sich die Miete um monatlich sage und schreibe 500 Euro erhöhen.“

Die Bauwirtschaft im Norden spricht sogar von einem Schildbürgerstreich: „Groß den Klimawandel und die CO2-Reduktion propagieren und dann alle Förderungen im hierfür relevanten Wohnungsbau auslaufen lassen. Und damit die Kosten auch noch treiben“, monieren sie in einer Mitteilung.

TSE will trotzdem bauen

Bauen will der Verein trotzdem. Die Statik ist seit Anfang Januar geprüft und von der Stadt genehmigt worden. Danach hatte der Energieeffizienzberater seine Arbeit aufgenommen, der festlegen sollte, wie zum Beispiel die Dämmung sein soll, um die KfW-40-Kriterien zu erfüllen. Aktuell wartet der TSE noch auf die Genehmigung der Brandschutzprüfung, „und dann wollen wir schnellstmöglich loslegen“, so Schmitt. Mit dem Bau soll aber nicht vor der Jahresversammlung am 19. März gestartet werden.