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Neumünster 40 Jahre Hauke-Haien-Kita: Großes Rollerfest zum Geburtstag

Von swi | 01.06.2013, 03:59 Uhr

Vorreiter in Sachen "Chancen für alle" war die Kindertagesstätte Hauke Haien schon immer.

Als einer der ersten Sonderkindergarten in Schleswig-Holstein öffnete die städtische Einrichtung am 1. April 1973 ihre Tore für behinderte Kinder im Vorschulalter.

Anfang der 80er-Jahre suchte die damalige Leitung nach einem neuen Namen für den Kindergarten, um ihre Wertschätzung für alle Menschen zum Ausdruck zu bringen. In Theodor Storms "Schimmelreiter" wurde sie fündig. Die große Zuneigung des Protagonisten Hauke Haien gegenüber seiner geistig zurück gebliebenen Tochter entspricht dem Leitbild der Kita bis heute.

1989 richtete der Hauke-Haien-Kindergarten die erste integrative Gruppe in Neumünster ein, in der behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam betreut wurden. 2008 folgte eine U-3-Gruppe, in der Kinder unter drei Jahren gemeinsam mit älteren Kindern betreut werden. Von einander lernen und miteinander auskommen, das gilt in der Kita Hauke Haien nicht nur für behinderte und nicht behinderte, für kleine und große Kinder, das gilt auch für Kinder mit und ohne Migrationshintergrund und mit ihren unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten.

Auf dem großen Roller-Fest waren sie alle vertreten, um gemeinsam zu feiern und ihr Können auf dem Roller zu zeigen. "Unsere Kinder steigen heute viel zu früh aufs Fahrrad", erklärte Erzieherin Tamara Jehrke den pädagogischen Hintergrund des Festes. "Überall im Straßenverkehr sieht man Kleinkinder auf Lauf- und Fahrrädern. Dabei ist wissenschaftlich erwiesen, dass Kinder erst ab zehn Jahren in der Lage sind, sich als Radfahrer sicher im Straßenverkehr zu bewegen". Um die Kleinen wieder zu begeistern für den Roller, der ihrem Alter in Geschwindigkeit und Handhabung entspricht, startete die Kita deshalb vor zwei Monaten ihr "Roller-Projekt". Seit Mitte März trainierte jede Gruppe einen Tag in der Woche, um mit dem Roller zurecht zu kommen. Gleichgewichts- und Bremsübungen gehörten ebenso dazu wie das Einstudieren eines Rollerliedes und der Bau von Lego-Modellen.

Auf dem gestrigen Fest konnten sie Ihr Können dann vor den Augen ihrer stolzen Eltern und Betreuer unter Beweis stellen. Als Belohnung gab es für jeden eine Urkunde der Polizei.