Ärmel hoch und an die Arbeit : Neuer Leiter des Fünf-Städte-Heims auf Sylt

Die neuen Aufgaben fest im Blick: Jürgen Barenberg startet am 18. März seinen Job im Fünf-Städte-Heim auf Sylt.
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Die neuen Aufgaben fest im Blick: Jürgen Barenberg startet am 18. März seinen Job im Fünf-Städte-Heim auf Sylt.

Jürgen Barenberg ist neuer Leiter des Fünf-Städte-Heims in Hörnum auf Sylt, dessen Trägerverein seinen Sitz in Uetersen hat.

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12. Februar 2018, 16:30 Uhr

Uetersen/Elmshorn | Wenn Jürgen Barenberg sich fürs Foto an die Wand lehnt, die Ärmel hochkrempelt und die Arme verschränkt, könnte man glatt denken, er sei Türsteher. Oder er würde in einer Box-Bude auf dem Hamburger Dom arbeiten. Aber wenn er mit sanfter und tiefer Stimme über seinen neuen Job redet, dann ist zu spüren, wieviel Herz und kindliche Begeisterung in diesem Mann stecken. Und beides braucht er auch: Denn der 54-Jährige ist neuer Leiter des Fünf-Städte-Heims in Hörnum auf Sylt, dessen Trägerverein seinen Sitz in Uetersen hat.

Barenberg arbeitete zuvor in der Schulbehörde und erledigte zehn Jahre einen Job, der es zwingend erfordert, den Schreibtisch und die Behörden-Gebäude zu verlassen: „Ich war dafür zuständig, die jungen Menschen, die immer wieder der Schule fernblieben, aufzuspüren.“

Zu seinem neuen Arbeitsplatz im Süden von Sylt hat er in all den Jahren parallel eine intensive Beziehung aufgebaut. Der passionierte Wasserballer ist seit mehr als 25 Jahren als Rettungsschwimmer auf der Nordsee-Insel aktiv und hat unter anderem die Rettungswache, die zu dem Fünf-Städte-Heim gehört, übernommen. Er kennt nicht nur die Gegend, sondern hat auch über Jahre hinweg die Mitarbeiter des Hauses in Hörnum und die Heimleiter erlebt. Und wenn er heute zurückblickt, wird dem 54-Jährigen deutlich, dass er mit Blick auf die Leiter der Einrichtung seine Berufung spürte: „Ich habe mir damals schon immer gesagt: Eigentlich wäre das auch mein Ding.“

Im vergangenen Jahr wurde die Stelle des Heimleiters neu ausgeschrieben, weil sich der bisherige Chef von seinem Posten aus persönlichen Gründen zurückzog. Barenberg bewarb sich und erhielt den Zuschlag. Für Barenberg bedeutet der neue Job einen großen Einschnitt. Zum einen freut er sich: „Ich darf da arbeiten, wo andere Urlaub machen.“ Es bedeutet aber auch, dass er von März bis Oktober in der Saison des Schullandheims fast pausenlos in Hörnum ist. Barenbergs Frau und die beiden Kinder bleiben daheim in Hamburg-Billstedt. Im Herbst und Winter ist für Barenberg Urlaubszeit und es werden Überstunden abgebummelt. Dann stehen im Fünf-Städte-Heim hauptsächlich Sanierungen und Renovierungen an.

Drei weitere Festangestellte gehören fortan zu seinem Team auf Sylt. Hinzu kommen pro Jahr 12 bis 15 Saisonkräfte zur Verstärkung, wenn in den acht Monaten Saison bis zu 6000 Schüler pro Jahr versorgt und unterhalten werden wollen. Um ein breiteres Programm anzubieten, will Barenberg die Kooperationen mit der Geschäftswelt und den Leitern der anderen Einrichtungen ausbauen. „Zu unserem Gelände in Hörnum gehören drei Sportplätze. Das hat auf Sylt sonst keine Einrichtung. Warum kann man da nicht mal ein Fußballturnier für alle ausrichten?“ Ja, warum eigentlich nicht? Also: Ärmel hochkrempeln und an die Arbeit.

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