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Nadel im Fleisch: Polizei wehrt sich gegen Kritik

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Nadeln im Supermarkt-Fleisch – die Serie hatte im Oktober 2013 begonnen. Doch aus ermittlungstaktischen Gründen hat die Polizei die Bevölkerung nicht vor der Gefahr gewarnt.

„Wir haben es überlegt, davon aber Abstand genommen“, sagt Polizeisprecherin Carola Aßmann. Zunächst sei nicht erkennbar gewesen, dass es sich um ein gezieltes Einbringen von Nadel gehandelt habe. Auch ein Produktionsfehler sei denkbar gewesen. Erst Ende Mai sei dann klar gewesen: Es handelt sich um eine Serie.

Weiter geschwiegen wurde trotzdem. Aßmann: „Die Information der Öffentlichkeit hätte keine Gewähr dafür geboten, dass es nicht dennoch zu weiteren Taten gekommen wäre. Zudem wäre damit eine Warnung der Täterin einhergegangen. Sie hätte Tatorte und Tatmittel ändern können oder Zeit verstreichen lassen, um irgendwo neu anzufangen.“ Die Ermittlung der Tatverdächtigen wäre erheblich erschwert oder unmöglich geworden – und damit auch die Chance vertan, der Serie ein Ende bereiten zu können. Letztlich habe auch die Gefahr von Nachahmern bestanden.

Nicht allen war wohl bei der Entscheidung. Oberstaatsanwalt Günter Möller: „Es war meine Horrorvorstellung, dass ein Kleinkind in so eine Nadel gebissen hätte.“ Er sagt aber auch: „Hätten die Beamten erklärt, das Risiko sei nicht tragbar, hätten wir die Strafverfolgung zurückgestellt.“

Nutznießer des gewählten Weges waren die Supermärkte, da es zu keinem Einbruch bei den Fleischverkäufen gekommen ist. Wegen der laufenden Ermittlungen wollte sich keine der Firmen äußern.

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erstellt am 15.Sep.2014 | 19:23 Uhr

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