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Attacke auf den Chef : Mordversuch mit Axt – Sieben Jahre Haft gefordert

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Er bediente sich aus der Firmenkasse und war kurz davor aufzufliegen. Da soll ein 35-Jähriger im Kreis Segeberg zur Axt gegriffen haben, um den Chef zu töten. Die Staatsanwaltschaft hält das für heimtückisch.

shz.de von
erstellt am 28.10.2013 | 18:00 Uhr

Bornhöved | Für einen heimtückischen Mordversuch, mit dem er den Griff in die Firmenkasse verdecken wollte, soll ein 35-Jähriger nach dem Willen der Kieler Staatsanwalts insgesamt sieben Jahre ins Gefängnis. Staatsanwalt Achim Hackethal sah es am Montag als erwiesen an, dass der Angeklagte am 14. Januar 2013 einen Firmeninhaber aus Bornhöved (Kreis Segeberg) aus dem Hinterhalt heraus mit einer Axt töten wollte. Damit habe der Angeklagte verhindern wollen, dass der Firmeninhaber Privatentnahmen vom Geschäftskonto entdeckte, sagte Hackethal vor dem Kieler Landgericht. „Er hatte auf Konten zugegriffen und stand kurz vor der Entdeckung.“ 

Der 35-Jährige Mann veruntreute laut Anklage mindestens 12.000 Euro. Dafür kaufte er unter anderem Flachbildfernseher, Sanitärartikel, ein Damenfahrrad, Büromaterial und Kinderschuhe. Insgesamt sollen rund 60.000 Euro aus der Firmenkasse fehlen.

Nach Darstellung des Staatsanwaltes lauerte der nicht vorbestrafte Angeklagte am Tattag dem Firmenchef nach Büroschluss auf. Er habe sich im dunklen Eingangsbereich versteckt und unvermittelt zugeschlagen, als der 45-jährige Firmeninhaber das Licht anmachen wollte. Der völlig überraschte durchtrainierte Boxer konnte den ersten und zweiten Axthieb instinktiv mit dem Arm abwehren. Dann gelang es ihm trotz erheblicher Verletzung, dem Angreifer die Axt zu entwinden.

Der Geschäftsinhaber zeigte den Angeklagten erst eine Woche später an – auf Drängen seiner Frau. Er ist Nebenkläger in dem Verfahren. Er hatte dem 35-Jährigen voll vertraut und ihn als Buchhalter mit umfassenden Kontovollmachten beschäftigt.

Der 35-Jährige behauptete vor Gericht, er habe mit der Axt nur zugeschlagen, weil sein Firmenchef plötzlich bedrohlich vor ihm gestanden habe. Er habe um sein Leben gefürchtet. Dass er Firmengelder veruntreute, räumte er ein und verpflichtete sich, Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von über 18.000 Euro zu zahlen. Der Ankläger glaubte der Darstellung nicht. Die beantragte Gesamtstrafe berücksichtigt auch die Einzelstrafen für Untreue in 18 Fällen und gefährliche Körperverletzung. Das Urteil wird am Dienstag erwartet.

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