In Kabel-Trasse : Mohrkirch bei Süderbrarup: 2000 Jahre alte Urnen und Grabbeilagen entdeckt

<p>Eine Urne aus der Eisenzeit ist auf der Baustelle eines Kabelgrabens zu erkennen.</p>

Eine Urne aus der Eisenzeit ist auf der Baustelle eines Kabelgrabens zu erkennen.

Die Gegend um Süderbrarup war vor langer Zeit ein ritueller Ort. Nun gibt es weitere Fundstücke aus der Eisenzeit.

shz.de von
06. Juni 2018, 10:47 Uhr

Mohrkirch | Archäologischer Fund in Schleswig-Holstein: Beim Aushub eines Grabens in Mohrkirch (Kreis Schleswig-Flensburg) sind in den vergangenen Tagen etwa 40 Urnen aus Ton geborgen worden, die um die 2000 Jahre alt sein sollen. Außerdem seien Grabbeigaben entdeckt worden, teilten Vertreter des Archäologischen Landesamtes und des Unternehmens Schleswig-Holstein Netz AG am Mittwoch am Fundort – einer Baustelle für ein Hochspannungskabel – mit.

<p>Beim Aushub dieses Kabelgrabens sind in den vergangenen Tagen etwa 40 Urnen aus Ton geborgen worden.</p>
dpa

Beim Aushub dieses Kabelgrabens sind in den vergangenen Tagen etwa 40 Urnen aus Ton geborgen worden.

Viele der etwa 30 bis 40 Zentimeter hohen Urnen seien „zerscherbt“, eine Urne sei verziert, hieß es. Es sei damit zu rechnen, das sich noch weitere Urnen dort fänden, sagte eine Sprecherin des Landesamtes.

Die Region Angeln gilt als ein Zentrum archäologischer Urnenfelder. Insofern sei der Fund „nicht super-ungewöhnlich, aber er spiegelt wider, wo die Menschen gelebt haben“, sagte die Sprecherin. Sie vermutet eine Siedlung von Germanen. Ob jemals Römer in der Region gewesen seien, sei nicht nachgewiesen, auch wenn dies der römische Historiker Tacitus (um 58 n. Chr bis um 120 n. Chr.) berichtete.

Die acht Meter breite Trasse zwischen Süderbrarup und Sterup führt über archäologische Fundplätze, die dem Archäologischen Landesamt bereits durch Oberflächenfunde bekannt waren. Daher mussten die Erdbauarbeiten archäologisch begleitet werden. Zwei Mitarbeitern untersuchten die etwa zwölf bis vierzehn Kilometer Trasse parallel zu den laufenden Bauarbeiten.

<p>Stefanie Klooß vom Archäologischen Landesamt zeigt eine Urne aus der Eisenzeit, die auf der Baustelle eines Kabelgrabens entdeckt wurde.</p>
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Stefanie Klooß vom Archäologischen Landesamt zeigt eine Urne aus der Eisenzeit, die auf der Baustelle eines Kabelgrabens entdeckt wurde.

Bisher seien schon einige Überraschungen zum Vorschein gekommen selbst an den Stellen, an denen bisher noch keine archäologischen Funde bekannt waren, hieß es.

In der Römischen Kaiserzeit (ca. 0- 375 n. Chr.) bestatteten die Menschen ihre Verstorbenen nach der Einäscherung in Urnen. Den Toten wurden Beigaben des alltäglichen Lebens mitgegeben, etwa Trachtbestandteile (Fibeln) oder kleine Geräte wie Spinnwirtel oder Messer. Die getöpferten Urnen wurden teils in kleine Steinkisten oder auch nur auf einem Standstein stehend vergraben. Viele Urnen kamen auch ganz ohne Steinsetzungen in den Boden.

Eine Teil der Urnen werde voraussichtlich ins Landesamt kommen, viele jedoch zunächst zur Restaurierung ins Landesmuseum Schloss Gottorf, sagte die Sprecherin.

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