Schwarzenbek : Milchpulver-Diebesbande: Die Spuren reichen bis nach nach China

Polizeihauptkommissar Daniel Stephan, der den Ermittlungsdienst des Schwarzenbeker Polizeireviers leitet, mit „Aptamil“-Babynahrung, die bei Dieben begehrt ist.

Polizeihauptkommissar Daniel Stephan, der den Ermittlungsdienst des Schwarzenbeker Polizeireviers leitet, mit „Aptamil“-Babynahrung, die bei Dieben begehrt ist.

Eine organisierte Diebesbande hat in Lauenburg serienmäßig Milchpulver gestohlen – für den chinesischen Markt.

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16. März 2018, 12:20 Uhr

Schwarzenbek | Spektakulärer Ermittlungserfolg in einem bis nach China reichenden Verfahren: Daniel Stephan vom Schwarzenbeker Polizeirevier und seine Kollegen in Hamburg und Bremen überführten eine professionell organisierte Diebesbande dank gemeinsamer Ermittlungen. Sie nahmen sechs Männer fest. Diese hatten sich auf den Diebstahl von Babynahrung der Marke „Aptamil“ spezialisiert. Allein im Lauenburgischen stahlen die aus Albanien stammenden Männer im Alter von 19 bis 26 Jahren nach Polizeiangaben bei zwölf Taten in unterschiedlicher Besetzung mindestens 225 Packungen im Wert von mehr als 4500 Euro.

„Die Beute wurde dann in Hamburg wohl an einen Hehler weitergegeben, der sie nach China lieferte“, erklärt Stephan. Der Leiter des Ermittlungsdienstes des Schwarzenbeker Polizeireviers hatte sich im Kreis Herzogtum Lauenburg verantwortlich um die Serie von zwölf entsprechenden Diebstählen in Schwarzenbek, Geesthacht und Ratzeburg gekümmert. Unzählige Stunden Videomaterial aus Überwachungskameras sichtete er, um die Täter und ihr Vorgehen erkennen zu können. Denn: Meistens wurde der Diebstahl erst bemerkt, wenn Mütter von Babys nach dem Produkt fragten, weil die Regale leer waren. „,Aptamil' und andere hochwertige Babynahrung gelten in China schon als ,weißes Gold', seitdem dort ein Milchpulverskandal die Menschen völlig verunsichert hat“, weiß Stephan. In vielen Geschäften gibt es wegen des Booms beim Weiterverkauf nach China bereits eine begrenzte Abgabe des Pulvers an Kunden.

Beute in große Taschen gestopft

Die Diebesbande ließ sich davon nicht abhalten. Sie kamen nach Polizeiangaben mit großen gefalteten Taschen in die Drogeriemärkte, stopften diese mit den Packungen (800 Gramm) voll und verließen die Läden durch den Eingang wieder. Im November 2017 hatten die Männer erstmals im Lauenburgischen zugeschlagen. Aber auch in anderen norddeutschen Orten waren die Männer den Ermittlungen zufolge aktiv.

Weil feste Strukturen zu erkennen sind, ermittelt die Polizei gegen zwei in Bremen und in Hamburg in Untersuchungshaft sitzende Trios wegen organisierten Bandendiebstahls. Gegen einen in Geesthacht geschnappten Tatverdächtigen wird außerdem wegen illegalen Aufenthalts ermittelt. In dem Skoda, mit dem die Tatverdächtigen vor der Festnahme unterwegs waren, stellte die Bremer Polizei eine ganze Kofferraumladung „Aptamil“ sicher. Über Bilder der Videoaufnahmen, die Stephan mit Fotos der Festgenommenen abglich, konnte der Kreis der intensiven Ermittlungen in dem Fall geschlossen werden. „Das hat länderübergreifend wunderbar geklappt. Jetzt hoffen wir, auch an den Hehler und die Hintermänner zu kommen“, so Stephan.

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