Polizei im Dauereinsatz : Mehrere Glätteunfälle in SH - zwei Schwerverletzte

Der Mercedes flog nach einem misslungenen Überholmanöver 50 Meter durch die Luft.
Der Mercedes flog nach einem misslungenen Überholmanöver 50 Meter durch die Luft.

In Meldorf wird die Fahrerin eines Transporters bei einem Glätteunfall eingeklemmt und schwer verletzt. Auch andernorts in Schleswig-Holstein kommt es bei Straßenglätte zu Unfällen.

shz.de von
04. Januar 2015, 13:06 Uhr

Meldorf | Überfrierende Nässe hat am Sonntagmorgen zu zahlreichen Unfällen in Schleswig-Holstein geführt. In Meldorf (Kreis Dithmarschen) rutschte eine Frau mit einem Kleintransporter in den Straßengraben. Wie die Polizei mitteilte, wurde die 43-Jährige bei dem Unfall mit ihrem Bäckereifahrzeug eingeklemmt und anschließend schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. An dem umgekippten Transporter entstand ein Totalschaden, den die Polizei auf rund 15.000 Euro schätzte. Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, das zum Einsatz eilen wollte, rutschte mit seinem Wagen auf spiegelglatter Straße ebenfalls in den Graben. Der Mann blieb unverletzt.

Zu einem weiteren schweren Verkehrsunfall mussten die nordfriesischen Rettungskräfte um 7.40 Uhr in den Norden Dithmarschen ausrücken. Die Leitstelle Nord alarmierte den Gardinger Rettungswagen und das Notarzteinsatzfahrzeug aus Tönning zu einem schweren Verkehrsunfall auf der „alten B 5“. Hier hatte sich Augenblicke zuvor folgendes abgespielt: Aufgrund der glatten Straße fuhren zwei Autos in vorsichtiger Fahrweise in südlicher Richtung (Richtung Heide). In Höhe der Gemarkung Krempel wurden sie von einem Mercedes der Klasse SLK 200 überholt. Dem 39-jährigen Mercedes-Fahrer gelang das Wiedereinscheren nicht. Das dunkelblaue schwere Fahrzeug geriet ins Schleudern. Die Polizeibeamten vor Ort rekonstruierten diesen Ablauf: „Nach mehrmaligen Überschlag flog das schwere Fahrzeug gut 50 Meter weit über eine angrenzende Wiese und landete schließlich hochkant mit der rechten Fahrzeugseite einige Meter tiefer in einem mit Wasser gefüllten Graben.“ In Zusammenarbeit der beiden Rettungsleitstellen „Leitstelle Nord“ in Harrislee (Landkreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg, Stadtkreis Flensburg) und „Leitstelle West“ in Elmshorn (Landkreise Dithmarschen, Steinburg, Pinneberg) wurde neben den nordfriesischen Rettungsfahrzeugen die Lundener Unfallfeuerwehr – ausgerüstet mit Rettungsschere – alarmiert. Die Einsatzkräfte waren zügig vor Ort; die Tönninger Notärztin versorgte den Fahrer – der allein mit seinem Wagen unterwegs war – eingehend vor Ort; der schwer verletzte Dithmarscher wurde anschließend ins zentrale Westküstenklinikum Heide eingeliefert.

Insgesamt zählte die Polizei am Morgen mehrere Glätteunfälle im Westen Schleswig-Holsteins, bei denen es bei Blechschäden blieb. Im Norden Schleswig-Holsteins registrierte die Polizei in Harrislee am Sonntagmorgen 24 Unfälle wegen überfrierender Nässe. Sieben Menschen wurden dabei leicht verletzt. In einer durchschnittlichen Nacht wäre sonst mit ein bis zwei Unfällen zu rechnen gewesen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen.

In und rund um Kiel krachte es nach Polizeiangaben am Sonntagmorgen zwanzig Mal wegen Straßenglätte, im Bereich der Regionalleitstelle Lübeck kam es seit 4.40 Uhr zu zehn Unfällen wegen der überfrierenden Nässe. Verletzt wurde niemand.

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