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Handeloh im Landkreis Harburg : Massenvergiftung mit Drogen in Tagungszentrum

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Den Einsatzkräften kommen torkelnde Menschen entgegen: Großalarm für die Rettungsdienste. In einem Tagungszentrum in Handeloh haben mehr als 30 Menschen eine Drogen-Vergiftung. Noch ist unklar, wie es dazu kommen konnte.

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2015 | 19:51 Uhr

Handeloh | Bei einer Massenvergiftung mit Drogen sind im niedersächsischen Handeloh (Landkreis Harburg) mehr als 30 Menschen verletzt worden. Die Erwachsenen im Alter zwischen 25 und 55 Jahren litten unter Wahnvorstellungen, Krämpfen, Schmerzen, Luftnot und auch Herzrasen, sagte Matthias Köhlbrandt von der Kreisfeuerwehr Harburg am Freitagabend. Nach dem Alarm gegen 14.25 Uhr kam es zu einem Großeinsatz der Rettungskräfte.

Rettungswagen an Rettungswagen parkte am Nachmittag vor dem Tagungszentrum in der rund 2300 Einwohner zählenden Kleinstadt. Mehr als 150 Rettungskräfte der Feuerwehren, des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter-Unfallhilfe aus den Kreisen Harburg, Heidekreis, Stade und aus Hamburg waren im Einsatz. Die mehr als 30 Verletzten mussten in mehreren Kliniken untergebracht werden. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Zunächst musste in den umliegenden Kliniken angefragt werden, wo Kapazitäten für eine Aufnahme waren.

In dem Tagungszentrum hätten die Helfer die Vergifteten torkelnd und kaum ansprechbar angetroffen, wie Kreissprecher Johannes Freudewald sagte. „Es sind aber keine lebensbedrohlichen Erkrankungen.“

Wie es zu der Vergiftung kam, war am Freitagabend noch unklar. So konnten die zuständigen Stellen zunächst nicht sagen, ob die Teilnehmer die Drogen selbst eingenommen haben oder ob sie ihnen eingeflößt wurden. Die Polizei rechnete frühestens am Samstag mit ersten Befragungen. „Die Befragungen beginnen, sobald die Menschen ansprechbar und die Aussagen auch verwertbar sind.“ Zwar wurden auch am Freitag mögliche Beweise gesichert, doch mit den Ermittlungen könne voraussichtlich erst am Samstag begonnen werden, hieß es. Ob das dann auch ein Fall für die Staatsanwaltschaft werde, müsse sich zeigen.

Als Ursache sei nach ersten Erkenntnissen eine Vergiftung mit Amphetaminen festgestellt worden, sagte der Kreissprecher. Die synthetisch hergestellten Aufputschmittel haben eine euphorisierende Wirkung. Wie Ecstasy und Speed gehört auch die künstlich hergestellte Modedroge Crystal zur Gruppe der Amphetamine.

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