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Gegen Kathrin Weiher Stichwahl: Jan Lindenau ist neuer Bürgermeister von Lübeck

Von Gerrit Hencke | 19.11.2017, 19:54 Uhr

Mit 50,9 Prozent der Stimmen setzt sich der SPD-Kandidat gegen Weiher durch. Die Wahlbeteiligung ist gering.

Jan Lindenau (SPD) ist neuer Bürgermeister der Hansestadt Lübeck. Er setzte sich bei der Stichwahl am Sonntag gegen die parteilose Kathrin Weiher durch. Nach Auszählung aller 126 Wahlbezirke kam Lindenau auf 50,9 Prozent der Stimmen (28.656). Weiher konnte 49,1 Prozent der Stimmen (27.692) auf sich vereinen. Damit beträgt der Vorsprung nur 964 Stimmen. Beide hatten sich beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen gegen ihre vier Mitbewerber durchgesetzt.

Die Nase vorn hatte im ersten Wahlgang Weiher, die von einem Bündnis aus CDU, Grünen, Linken BfL und FDP getragen wird, mit 35,2 Prozent. Der zweitplatzierte Lindenau errang 29,5 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die allermeisten Stimmen wurden allerdings gar nicht erst abgegeben, die Wahlbeteiligung lag bei 39,2 Prozent. Bei der heutigen Stichwahl lag sie bei 32,6 Prozent. 176.506 Wahlberechtigte waren zur Wahl aufgerufen, 57.614 gaben ihre Stimme ab, 56.348 davon waren gültig. Zu den Wahlergebnissen geht es hier.

Jan Lindenau ist mit 38 Jahren nun jüngster Bürgermeister in der Geschichte der Hansestadt Lübeck. Jede Menge kommunalpolitische Erfahrung hat er bereits. Er sitzt seit 2011 für seine Partei in der Bürgerschaft, seit 2013 ist er Chef der SPD-Bürgerschaftsfraktion und auch Vorsitzender des Hauptausschusses. Doch schon vor seinem Einzug in die Bürgerschaft war er politisch aktiv als Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses und des Finanz-, Personal-, und Rechnungsprüfungsausschusses.

Doch auch beruflich kennt Lindenau sich mit Finanzen aus. Der Bankkaufmann ist Handlungsbevollmächtigter einer Großbank im Bereich Private Banking. Lindenau wurde in Lübeck geboren. Er ist verheiratet und hat einen Sohn im Grundschulalter. Für den eingefleischten Zirkus-Fan hat Kultur einen hohen Stellenwert. Er will sich für die ganze Vielfalt der kulturellen Angebote Lübecks einsetzen, sagt er.

Außerdem will er den Sanierungsstau in der Stadt durch nachhaltige Investitionen abbauen, den Tourismus, den Hafen und den Innenstadthandel stärken, Gewerbegebiete erneuern und mehr Raum für Ideen, Wachstum und Arbeitsplätze schaffen, heißt es in seinem Wahlprogramm.

Lindenaus sechsjährige Amtszeit an der Spitze der hoch verschuldeten Stadt beginnt am 1. Mai 2018. Der bisherige Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) scheidet dann nach 18 Jahren aus dem Amt aus. Er hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet.