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Nordsee-Sturmfluten : Landverluste auf Sylt – Insel Röm wird größer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Während jüngste Sturmfluten an Sylt nagten, wurde Nachbar-Eiland vier Meter breiter.

shz.de von
erstellt am 01.Jan.2016 | 13:58 Uhr

In den vergangenen Wochen war viel über die Landverluste auf der Insel Sylt berichtet worden. Dort haben die jüngsten Sturmfluten unter anderem an der Hörnum-Odde im Süden der Insel genagt. Den Angriffen der See ist aber auch die Westküste Sylts mit starken Abbrüchen am Roten Kliff ausgesetzt. Ganz anders sieht das Bild jedoch auf der nördlichen Nachbarinsel Röm aus. Dort hat sich besonders nach den Sturmfluten im Oktober und Dezember 2013 sowie nach den Stürmen dieses Jahr jede Menge neuer Sand und Schlick im Bereich der Westküste der Insel abgelagert, berichtet der zuständige Mitarbeiter der staatlichen Naturbehörde Naturstyrelsen, Förster Jens Hjerrild Hansen.

Während jüngste Sturmfluten an Sylt nagten, wurde Nachbar-Eiland vier Meter breiter.
Diese Karte der Naturbehörde zeigt, wie stark sich an der Dünenkette im Südwesten der Insel Röm bewachsene Salzwiesen gebildet haben. Foto: Naturstyrelsen
 

Offenbar ist besonders viel von den auf Sylt abgetragenen Sandmassen nach Röm transportiert worden. Damit setzt sich ein Trend der vergangenen Jahrtausende fort: Die Insel Röm ist erst aus Sandbänken zwischen dem Inselkern von Sylt und dem von Meereserosion geprägten Festlandsbereich um Blåvands Huk entstanden, die sich bereits in der vorletzten Eiszeit vor über 100.000 Jahren gebildet hatten.

Jens Hjerrild Hansen erklärt, dass sich schätzungsweise pro Jahr eine Million Kubikmeter Sand auf Röm ablagert. Wo der Sand trocken liegt, kann er verweht werden. Im Windschatten von Strandgräsern bleibt er liegen, und es kommt zu Dünenbildung. Wer über Jahrzehnte den Weststrand auf Röm beobachtet, kann bestätigen, dass sich seit rund 45 Jahren eine neue, westliche Dünenkette auf dem Römer Weststrand gebildet hat.

Es wiederholt sich gerade ein Prozess, wie er sich nach Untersuchungen in den vergangenen Tausend Jahren viermal vollzogen hat: Jeweils westlich einer älteren Dünenkette bildet sich seewärts eine neue Dünenreihe. Zwischen der neuen und alten Dünenkette bildet sich auch jetzt besonders nach Sturmfluten, bei denen Feinmaterial weit hinter die äußere Dünenreihe getragen wird, eine feuchte Strandniederung mit Kleiboden und typischer Salzwiesenvegetation mit Strandflieder und Strandastern, vor allem dort, wo die Vegetation nicht durch Autos zerstört wird.

Neben Pflanzenfreunden werden auch Vogelfreunde in den neuen Salzwiesen fündig. Sie bieten seltenen Vögeln wie der Zwergseeschwalbe und Seeregenpfeifern Brutplätze.

Die jüngste Sturmflut hat Röm vier Meter breiter gemacht, die Salzwiesen legen 20 Hektar jährlich zu.

 

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