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Zwölf Kälber sichern Bestand alter Rassen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rindertag in der Arche Warder: Besucher konnten zum Melk-Wettbewerb antreten

Zwölf kleine Kälbchen gab es beim Rindertag in der Arche Warder zu sehen. Die beste Gelegenheit, die neuen Tierpark-Bewohner in Augenschein zu nehmen, bot die Füttertour am Nachmittag. Die Kälbchen bleiben noch ein paar Monate bei ihren Müttern, ehe einige von ihnen ins Schauhaus und in den Streichelzoo wechseln.

„Die Geburten bei den Rindern haben alle gut geklappt“, bilanzierte Christoph Gorniak vom Arche-Team. Nur mit dem Verhältnis von Bullen- zu Kuhkälbern (8:4) war der Revierleiter nicht ganz zufrieden. Der Grund: Zuchtbullen braucht man nämlich immer nur einen pro Herde, und deshalb muss der männliche Nachwuchs den Tierpark irgendwann verlassen – so oder so.


„Karnunkel“ landete in der Farmküche


„Wenn wir die Bullen nicht als Zuchttiere verkaufen können, werden sie kastriert und landen dann nach etwa drei Jahren auf dem Tisch“, erläuterte Gorniak. Und zwar auf dem Tisch der tierparkeigenen „Farmküche“. So wie der Murnau-Werdenfelser Bulle „Karunkel“, der das Fleisch für die Gerichte geliefert hatte, die beim Rindertag in der Farmküche serviert wurden. Womit sich „Karunkel“ posthum in den Dienst eines internationalen Projekts stellte: Der „Arche des Geschmacks“, mit der die Organisation „Slow Food“ auf Nutztierrassen aufmerksam machen will, die eine besondere geschmackliche Qualität haben, jedoch durch die gegenwärtigen ökonomischen Bedingungen am Markt nicht bestehen können. Ziel der „Arche des Geschmacks“ ist es, durch bevorzugten Konsum von regionalen oder bedrohten Nutztierrassen eine „Kultur des bewussten Essens“ zu entdecken und zu etablieren.

Noch sehr lebendig präsentierte sich beim Rindertag der Ochse „Lille“: Das Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind bekam ein Zuggeschirr angelegt und führte vor, wie seine Vorfahren mit ihrer Zugkraft vom 18. bis Mitte des 20. Jahrhunderts bei der Feldarbeit wertvolle Dienste leisteten. Zusammen mit seiner Rassegenossin „Johanna“ und den beiden Hinterwälder Rindern „Schorsch“ und „Beate“ verbrachte „Lille“ den Rindertag auf der Aktionsfläche der Arche. Diese vier besonders zahmen Rinder wurden von den Tierpflegern am Halfter herumgeführt.

Ob die Rinder alle Namen hätten, wollte ein Besucher wissen. „Wir haben ja eine relativ überschaubare Rinderzucht“, vermerkte Gorniak, „da hat jedes Tier einen Spitznamen.“ Einen Namen hat auch Holzkuh „Frieda“, an der die Besucher ihr Melk-Talent erproben konnten. „Es ist erstaunlich, wie gut die Leute die Melk-Technik von sich aus schon beherrschen“, befand Arche-Azubi Steven Möller, der den „Melk-Contest“ zusammen mit Torben Bittorf betreute. Der wassergefüllte Gummieuter von „Frieda“ sorge für einigermaßen realistische Melkbedingungen, meinte Möller. „Frieda“ zeige aber keinerlei Reaktion auf Melkbemühungen: „Lebende Kühe reagieren darauf entweder entspannt oder gereizt.“

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