Bauarbeiten : Zwischen Ärger und Akkordarbeit auf der B203

Autofahrer vor die Wahl gestellt: In Holzbunge geht es nur für Baustellenfahrzeuge geradeaus.
1 von 3
Autofahrer vor die Wahl gestellt: In Holzbunge geht es nur für Baustellenfahrzeuge geradeaus.

Auf der B203 zwischen Rendsburg und Eckernförde wird derzeit fleißig saniert – gleichzeitig werden die überlasteten Ausweichstrecken allerdings zu einer harten Probe für Autofahrer und Anwohner – aber es gibt auch Lob.

shz.de von
26. Juni 2018, 10:57 Uhr

Pendler zwischen Rendsburg und Eckernförde werden derzeit auf eine harte Probe gestellt. Mit der B203 wird seit einer Woche eine der wichtigsten Verkehrsadern des Kreises saniert. Da die B76 auf einem Teilstück ebenfalls erneuert wird, ergeben sich zwangsläufig erhöhtes Verkehrsaufkommen und Staus auf den Ausweichstrecken – ein Ärgernis für Autofahrer und Anwohner gleichermaßen.

Noch bis zum 14. Juli bleibt die Bundesstraße zwischen Groß Wittensee und Holzbunge gesperrt. Dass zwei Bundesstraßen gleichzeitig „dicht“ gemacht werden, hat System, so Matthias Paraknewitz, Niederlassungsleiter des Landesbetriebs für Verkehr und Straßenbau. Beide Verkehrsachsen seien unabhängig zu betrachten, sagt er. So mussten andere Maßnahmen, beispielsweise die Strecke nach Bünsdorf, erst fertig gestellt sein, bevor es mit der B 203 losging.

„Alles läuft wie ein Uhrwerk“, ist Paraknewitz von Zeitmanagement und Planung überzeugt. Hätte man die B 203 während des laufenden Verkehrs saniert und eine Spur freigegeben, hätte sich das Projekt hingezogen. 14 Jahre nach dem Bau der Umgehungsstraße müssten Binder und Deckschicht auf einem gut 7,5 Kilometer langen Teilstück erneuert werden. Das sei angesichts des hohen Verkehrsaufkommens normal. Würde man jetzt nicht handeln und Risse auf der Fahrbahn schließen, wären irgendwann tiefere Schichten des Straßenkörpers an der Reihe.

Autofahrer, die von der Autobahnabfahrt in Büdelsdorf kommen, werden auf dem Weg nach Eckernförde in Holzbunge vor die Wahl gestellt. Entweder können sie die südliche Umfahrung über Sehestedt nutzen oder die nördliche Variante über Ahlefeld-Bistensee „Hier ist die Hölle los“, sagt Bürgermeister Detlef Kroll. An einem Tag hätten sich in Höhe der Badestelle zwei entgegenkommende Lkw verkeilt, da ging dann nichts mehr. An Tempo 30 halte sich kaum jemand, auch wenn bereits geblitzt wurde.

Sein Kollege aus Sehestedt, Torsten Jürgen-Wichmann spürt die Auswirkungen der Sperrung ebenfalls, „besonders wenn die Pendler unterwegs sind.“ Kritisch seien die volleren Straßen deshalb, weil beide Einfahrten vom Dorf auf die L42 aufgrund ihrer Lage „mit Vorsicht zu genießen sind“. Seit Jahren kämpfe die Gemeinde für ein Tempolimit in diesem Bereich.

Auch wenn sich bis Mitte Juli auf den Ausweichstrecken nicht viel verbessern dürfte, gibt es auch lobende Worte für den LBV. Borgstedts Bürgermeister Gero Neidlinger freute sich über die schnelle und unbürokratische Hilfe bei der Aufstellung einer Bedarfsampel.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen