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Schnelles internet : Zweiter Aufschlag für Breitband-Werbung

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Zweckverband beschließt einen Marketing-Neustart. Die 60-Prozent-Marke wurde erheblich verfehlt. Kritische Worte an den Anieter.

shz.de von
erstellt am 18.Dez.2013 | 00:00 Uhr

Da soll das superschnelle Internet per Glasfaser in jedes Haus eingespeist werden – und kaum jemand will es haben: In drei Monaten ist es dem Zweckverband für die Breitbandversorgung im mittleren Schleswig-Holstein und dem Anbieter Filiago nicht gelungen, die angestrebte Mindestquote von 60 Prozent in den ersten beiden Bauabschnitten zu erreichen. Erreicht wurden gerade zehn Prozent im ersten sowie acht Prozent im zweiten Cluster.

In seiner Versammlung am Montagabend im Jevenstedter Amtshaus beschloss der Verband einen kompletten Neustart für das Marketing. Denn die Untergrenze für Vorverträge aus 60 Prozent der Haushalte ist gesetzt, um die Finanzierung des Projektes, das die Ämter Fockbek, Hohner Harde, Jevenstedt, Mittelholstein und Eiderkanal betrifft, zu sichern.

Zahlreiche Bürger aus dem Breitband-Einzugsgebiet mit insgesamt 42 Gemeinden – , vor allem aus den ersten beiden Bauabschnitten (Nübbel, Schülp/R., Hörsten, Westerrönfeld sowie Fockbek, Hohn, Friedrichsgraben, Sophienhamm) waren zu der Versammlung gekommen, um ihrem Ärger Luft zu machen. Besonders das Unternehmen Filiago, von dem kein Vertreter an der Versammlung teilnahm, wurde kritisiert. Die Firma habe zu wenig Präsenz gezeigt, erklärten potenzielle Kunden. Auch von „grottenschlechten Informationsveranstaltungen“ war die Rede. Bei ihm im Dorf sei Filiago sehr aktiv gewesen, doch er habe mitbekommen, dass es in anderen Gemeinden nicht so gewesen sei, bestätigte Bürgermeister Wolfgang Wachholz aus Schülp, wo eine Quote von 41 Prozent erreicht wurde.

Man habe die Kritikpunkte erkannt und werde an der Verbesserung arbeiten, sagte Janpeter Bendfeld, zuständig für den Regionalvertrieb von Filiago, auf Anfrage der Landeszeitung. Man müsse je nach Gemeinde genau betrachten, ob Multiplikatoren gewonnen werden könnten, meinte Bendfeld, der weiterhin auf Infobriefe, Broschüren und Präsenz bei Gemeindeveranstaltungen setzt.

Um das Ruder noch herumzureißen, soll ein neues Marketingkonzept auf den Weg gebracht werden. Dafür wurde als Fachfrau Angelika Poggensee aus Hamburg ins Boot geholt. Man müsse differenziertere Wege beschreiten. Jetzt sei noch Zeit, die Dinge zu verändern, betonte Poggensee. So soll das Angebot noch einmal überdacht und individueller auf die Nutzung von Telefon, Internet oder Fernsehen zugeschnitten werden.

Bauchschmerzen bereitet dem Breitbandzweckverband die Telekom, die in einigen größeren Gemeinden des Gebietes ebenfalls Glasfaser anbietet und damit auf die Quote drückt. Man habe im Vorfeld alle „klassischen Versorger“ abgefragt. Keiner habe das Projekt für die ganze Fläche anpacken wollen. „Jetzt kommt sie und pickt sich die Rosinen heraus“, kritisierte Diemar Böhmke, Verwaltungsleiter im Amt Jevenstedt. Mit dem Glasfaserkabel werde eine komplett neue Infrastruktur auch für den ländlichen Raum geschaffen. Dieses Projekt sei mit den Vorhaben anderer Anbieter nicht zu vergleichen, betonte Böhmke.

Stefan Landt, Amtsdirektor in Mittelholstein, fasste die Lage des Zweckverbandes pragmatisch zusammen: „Im ersten Aufschlag wurden Fehler gemacht. Daran muss jetzt jeder etwas ändern. Das Projekt ist nicht tot.“

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