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Rendsburg-Eckernförde : Zweifel an Fracking-Risiken

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Nicht alle Parteien im Kreistag unterstützten Resolution gegen Erdgasabbau.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Als einzige Fraktion im Kreistag verwehrt die FDP der Resolution gegen Fracking ihre Unterstützung. Der von den Grünen angestoßene Antrag sollte ursprünglich fraktionsübergreifend verabschiedet werden (wir berichteten), doch neben den Liberalen gab es gestern auch Gegenwind aus der CDU-Fraktion. Vor allem wollen die Kritiker die Technologie nicht grundlegend ablehnen, auch wenn sie möglicherweise die Umwelt nicht gefährde.

Fracking als Bergbaumethode ist umstritten, weil dabei durch Tiefbohrungen chemische Flüssigkeiten in den Boden gepresst werden, die öl- oder gashaltige Gesteinsschichten aufbrechen. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde gibt es zwei Aufsuchungs- und Bewilligungsgebiete dafür. Dem Umweltministerium zufolge geht damit jedoch nicht die Genehmigung einher, die Methode auch anzuwenden. Dennoch wurde die Landesregierung mit der Resolution gebeten, „keine Genehmigungen für die Aufsuchung und Erkundung unkonventioneller Erdgas- und Erdöllagerstätten unter Einsatz von umweltgefährdenden Substanzen sowie weiterer Additive zu erteilen und alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um Fracking in Schleswig-Holstein zu verhindern“. Weitere Punkte betreffen den Grundwasserschutz und die Aufklärung der Bürger über Gefahren des Frackings. Zudem sprechen sich die Unterstützer der Resolution dafür aus, Umweltverträglichkeitsprüfungen vorzuschreiben und das Bergrecht zu ändern. „Idealerweise“ solle Fracking verboten werden.

Die Grünen, die SPD, die CDU sowie der SSW brachten den Antrag gemeinsam ein, die FDP hatte ihre Zustimmung bereits im Vorhinein versagt. Fraktionsvorsitzender Jan Butenschön sagte im Kreistag: „Wir unterstützen die einzelnen Ziele, doch wir wollen nichts übers Knie brechen.“ Er plädierte dafür, den Antrag in den Umwelt- und Bauausschuss zu verweisen, um ihn „sauber zu diskutieren“. Tim Albrecht von der CDU war – entgegen der vorherrschenden Fraktionsmeinung – ebenfalls gegen den Antrag: „Ich habe absolut kein Verständnis dafür, dass neue Technologien in einer reflexhaften Reaktion in unserer Gesellschaft abgelehnt werden.“ Es sei noch nicht bestätigt, wie groß die Risiken der Abbaumethode sind. Wie Jan Butenschön lehne er Umweltgefährdungen ab, aber eine „generelle Verteufelung darf nicht sein“.

„Wir sollten uns hüten, unsere Brunnen zu vergiften“, sagte Armin Rösener, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Angesichts der Argumente Albrechts und Butenschöns habe es ihm die Sprache verschlagen. Dr. Kai Dolgner, SPD-Fraktionsvorsitzender, pflichtete ihm bei: „Wir brauchen Trinkwasser notwendiger als gefracktes Erdgas.“ Um der Daseinsvorsorge der Bevölkerung Rechnung zu tragen, müsse die Resolution verabschiedet werden.

Der Kreistag stimmte mit 29 Stimmen gegen die Verweisung des Antrags in den Umweltausschuss. Stattdessen verabschiedete er die einzelnen Punkte des Antrags, wobei bis zu vier „Rebellen“ gegen grundsätzliche Fracking-Verbote votierten.

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