zur Navigation springen

Feuer in Haale : Zwei tote Frauen nach Brand in Pferdestall entdeckt

vom

Die Identität der Frauen steht noch nicht fest - auch nicht die Brandursache. 70 Feuerwehrleute waren in Haale (Kreis Rendsburg-Eckernförde) im Einsatz.

shz.de von
erstellt am 19.Nov.2014 | 07:46 Uhr

Haale | Grausiger Fund bei Löscharbeiten: Nach einem Brand in einem Pferdestall in Haale (Kreis Rendsburg-Eckernförde) haben Feuerwehrleute am Dienstagabend zwei Leichen gefunden. „Es soll sich um Frauen handeln“, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Die Identität sei aber bisher nicht geklärt. Eine etwa 80 Jahre alte Frau und ihre rund 50 Jahre alte Tochter unterhielten den Stall, eine Art „Gnadenhof“ für alte Pferde. Das sagte der Bürgermeister der kleinen Gemeinde mit 500 Einwohnern, Bernd Holm. „Die beiden Frauen haben seit 1998 zurückgezogen in einem Haus auf dem Hof gelebt.“ Sie seien freundlich und friedlich gewesen.

Bei dem Pferdestall handelt es sich um einen roten Backsteinbau, der direkt an der Kreisstraße gelegen ist. „Mit der Tochter habe ich noch vor 14 Tagen telefoniert, sie war eine engagierte Frau“, sagte Bürgermeister Holm. Das Wohl ausrangierter Pferde habe ihr sehr am Herzen gelegen. „Das Geschehen ist ein Hammer, aber solange nicht klar ist, was passierte und wer die Toten sind, ist Zurückhaltung geboten.“

Die Kieler Staatsanwaltschaft, die den Fall übernommen hat, machte keine Angaben, ob es sich um ein Gewaltverbrechen handelt. Ein gerichtsmedizinischer Befund steht weiter aus, teilte Oberstaatsanwältin Birgit Heß am Nachmittag mit. Die Obduktion soll Aufschluss über die Todesursache geben.

Gegen 21 Uhr am Dienstagabend hatte ein Autofahrer den Brand entdeckt. „Die Feuerwehr war sehr zügig vor Ort“, sagt Polizeisprecher Sönke Hinrichs. „Als wir am Einsatzort eintrafen, war kein offenes Feuer zu sehen, es qualmte aber aus dem Dach der Scheune“, berichtet Wehrführer Andreas Beckmann aus Haale. Er habe dann mit der Erkundung der Lage begonnen und eine Stalltür geöffnet. „Hinter dieser Tür lag eine leblose Person.“

Die 70 Feuerwehrmänner der vier alarmierten Wehren begannen sofort mit den Löscharbeiten. Gebrannt haben soll nur ein großer Rundballen in der Mitte der Scheune, die Brandursache ist noch unklar. Die Einsatzkräfte öffneten auf der Rückseite der Scheune ein Tor und trieben die Pferde, die in ihren Boxen angebunden waren, aus dem Stall. „Der Brand war nach 20 Minuten gelöscht. Als wir die Strohreste aus dem Stall entfernten, entdeckten wir die zweite Leiche“, sagt Beckmann. Der Schock sei groß gewesen. Über die Leitstelle sei ein Notfallseelsorger angefordert worden.

(mit dpa)

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert