Feuerwehr soll umziehen : Zwei Standorte für neue Feuerwache im Gespräch

Kaum noch Luft zwischen Fahrzeug und Hallentor: Wehrführer Gerrit Hilburger vor der Feuerwache, in der schon mancher Seitenspiegel den beengten räumlichen Verhältnissen zum Opfer fiel.
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Kaum noch Luft zwischen Fahrzeug und Hallentor: Wehrführer Gerrit Hilburger vor der Feuerwache, in der schon mancher Seitenspiegel den beengten räumlichen Verhältnissen zum Opfer fiel.

Der Stadt Rendsburg liegt ein Angebot der Bahn für ein Grundstück an der Nordmarkhalle vor. Der Finanzausschuss bringt eine Alternative ins Spiel.

shz.de von
28. November 2013, 06:00 Uhr

In die seit Jahren geführte Diskussion um einen neuen Standort für die Feuerwache kommt Bewegung. Überraschend stand das Thema am Dienstagabend im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung des Finanzausschusses auf der Tagesordnung. Anlass: Der Stadt liegt ein Angebot der Bahn zum Kauf eines Grundstücks hinter der Nordmarkhalle vor. Dort befindet sich eine nicht mehr genutzte Kegelhalle und brach liegendes Gelände. Preis: 880 000 Euro.

Im Gespräch ist jetzt aber auch ein Neubau am südlichen Ende des Willy-Brandt-Platzes – keine 150 Meter entfernt und bereits im Besitz der Stadt. In diesem Fall würden für Rendsburg also keine Grundstückskosten entstehen. Mit Verweis auf den sich abzeichnenden 48-Millionen-Schuldenberg am Ende des Haushaltsjahres 2014 (siehe Artikel rechts) bat der Ausschuss die Verwaltung um die Prüfung dieser Option.

Die jetzige Feuerwache an der Herrenstraße platzt aus allen Nähten. Sie wurde Ende der 60-er Jahre errichtet und entspricht längst nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Feuerwehr. Weil die Fahrzeuge immer breiter und klobiger werden, passen sie kaum noch in die vorhandenen Hallen und durch die Tore. Auch der Umkleideraum ist nur halb so groß wie vorgeschrieben. Das Duschen nach Einsätzen ist nicht möglich ist, weil die Räume als Lagerplatz dienen. Material muss zusätzlich im benachbarten Parkhaus aufbewahrt werden. „Die Feuerwehr-Unfallkasse hat wiederholt Mängel aufgezeigt und drängt darauf, sie zu beheben“, sagt Kämmerer Herwig Schröder. Ansonsten drohe der Wegfall des Unfallschutzes.

Bei der Wahl eines neues Standortes sind jedoch Kriterien zu erfüllen. Das wichtigste betrifft die sogenannte Hilfsfrist. Zwischen dem Eingang des Notrufs in der Leitstelle und dem Eintreffen der Einsatzkräfte vor Ort dürfen in Schleswig-Holstein nicht mehr als zwölf Minuten vergehen. „Das beschränkt die Auswahl der Grundstücke erheblich“, sagt Herwig Schröder. Aus diesem Grund falle zum Beispiel die ehemalige Feldwebel-Schmid-Kaserne als Alternative weg. Sie befindet sich zu weit im Nordwesten der Stadt.

Die Verlegung von der westlichen auf die östliche Seite der Bahngleise zieht jedoch ebenfalls Probleme nach sich. Wehführer Hilburger spricht von einem „Zeitverlust zu jetzt“, ohne ihn zu beziffern. Das Südende des Willy-Brandt-Platzes mit seiner jetzigen Verkehrsanbindung hält er für nicht geeignet. „Eine Ausfahrt allein, um nach Neuwerk zu kommen, reicht nicht.“ Gemeint sind der Röhlingsweg und die Alte Kieler Landstraße als schnellste Verbindung zur Berliner Straße bzw. zum Tunnel.

Abhilfe könnte nach Hilburgers erster Einschätzung der Option Willy-Brandt-Platz eine Feuerwehr-eigene Zufahrt zum Wendehammer an der Konrad-Adenauer-Straße schaffen. Den Weg über die Kieler Straße und unter der Dresdner Brücke hindurch, um die Tangente zu erreichen, benötige man in jedem Fall.

Im Rathaus wird jetzt geprüft, ob auf dem Willy-Brandt-Platz abzüglich der Fläche für eine neue Feuerwache noch ausreichend Platz für Großveranstaltungen wie Jahrmärkte und Zirkus-Gastspiele wäre. Die Lärmbelästigung der Anwohner wirft weitere Fragen auf. Vor allem im Röhlingsweg, der schon den Krach von der Hochbrücke abbekommt, dürfte sich Widerstand gegen eine Feuerwache bilden.

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