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Büdelsdorf : Zwei Raubüberfälle und viele offene Fragen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Es gibt weiter keine heiße Spur von den Tätern. Die Polizei hält Videoaufnahmen zurück.

Ob ihre Kolleginnen den Schock verdaut haben? Die Kassiererin im Rewe-Markt schüttelt energisch den Kopf. „Nein, das wird auch noch lange dauern.“ Sie persönlich hatte am Sonnabend frei, das war ihr Glück im Unglück. Fünf Frauen zwischen 20 und 60 Jahren aus der Belegschaft des Supermarktes an der Hollerstraße wurden Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls. Um 22.10 Uhr, kurz nach Ladenschluss, wurden sie beim Verlassen des Gebäudes von zwei maskierten und dunkel gekleideten Tätern mit Schusswaffen bedroht, zurück in den Verkaufsraum gedrängt und dort gefesselt. Zwischen Vogelfutter, Frühlingsblumen und Obstauslagen erlebten die Mitarbeiterinnen die wohl furchtbarsten Minuten ihres Lebens. Die Räuber entkamen mit den Tageseinnahmen durch die Hintertür. Nach ihnen suchte die Polizei auch gestern vergeblich. Es gebe diverse Hinweise, aber keine heiße Spur. Die Beschreibung der beiden Täter ist äußerst vage: Etwa 1,80 Meter groß, schlank, osteuropäischer Akzent.

Am Abend zuvor war die Jet-Tankstelle an der Hollerstraße ebenfalls ausgeraubt worden. Auch hier zückten zwei Männer, die mit osteuropäischem Einschlag sprachen, eine Schusswaffe und erbeuteten Geld. Zwischen beiden Tatorten liegen 300 Meter. Im Tankstellen-Fall wurden die mit Sturmhauben maskierten Räuber als „etwa 1,70 Meter groß und kräftig“ beschrieben. Ein Täter trug eine lilafarbene Jacke mit einem auffälligen weißen „C“ auf der linken Bauchseite.

Sowohl die Jet-Tankstelle als auch der Supermarkt verfügen über moderne Kamerasysteme. „Dieser Markt wird videoüberwacht. Zum Schutz unserer Kunden!“, steht auf einem Aufkleber am Rewe-Eingang. Aufnahmen von den Tätern gibt es dennoch nicht, zumindest gibt die Polizei keine heraus. Tage ließen die Beamten verstreichen, ehe die Straftaten überhaupt bekannt gemacht wurden. Zwischen den Überfällen und der ersten Pressemeldung am Montag um 13.41 Uhr vergingen 64 (Jet) bzw. 39 Stunden (Rewe). Warum wurden die Bürger nicht schon am Wochenende ins Bild gesetzt? Polizeisprecher Sönke Hinrichs führt „ermittlungstaktische Gründe“ an. Die Information der Öffentlichkeit sei nach Rücksprache der Pressestelle in Neumünster mit der zuständigen Kripo in Rendsburg bewusst nicht früher erfolgt.

Die Frage, warum keine genauere Täterbeschreibung vorliege und man keine Aufnahmen aus der Videoüberwachung nutze, um an Hinweise aus der Bevölkerung zu gelangen, ließ Hinrichs unbeantwortet. Weitere Detailauskünfte könne er angesichts der laufenden Ermittlungen derzeit nicht geben.

Mit jedem Tag ohne Fahndungserfolg wächst in Büdelsdorf und nicht nur dort die Sorge. Schlagen die Täter noch einmal zu? Haben sie weitere Geschäfte im Visier? Vor den Raubüberfällen waren drei Männer, die mit osteuropäischem Akzent sprachen, in einer Apotheke in der Hollerstraße aufgefallen.

Die Rewe Markt GmbH teilte auf Anfrage mit, den fünf überfallenen Frauen gehe es „den Umständen entsprechend“, so Sprecher Thomas Bonrath in Köln. „Sie erhalten die für diesen Fall von Rewe vorgesehene Nachsorge.“

>Die Polizei bittet weiter um Hinweise unter Tel. 208-450.

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erstellt am 25.Feb.2015 | 06:00 Uhr

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