zur Navigation springen

Rendsburg Schwimmzentrum : Zwei Neunjährige unsittlich berührt – Verdächtiger in Haft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Asylbewerber aus dem Irak soll zwei Neunjährige im Schwimmzentrum sexuell missbraucht haben. Er wurde verhaftet. Die Polizei fahndet nach einem Komplizen.

Zwei neunjährige Mädchen sind am Sonnabend im Schwimmzentrum an der Untereider von zwei Männern unsittlich berührt worden. Wie die Polizei gestern mitteilte, konnte einer der Tatverdächtigen noch im Schwimmbad festgenommen werden. Es handelt sich um einen 27-jährigen Asylbewerber aus dem Irak, der zweite Tatverdächtige wurde nicht mehr angetroffen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ist der Festgenommene am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt worden. Dieser erließ einen Haftbefehl wegen sexuellen Missbrauchs. Zu den Haftgründen sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler gegenüber der Landeszeitung, dass Wiederholungsgefahr und Fluchtgefahr bestanden habe. Im Falle einer Verurteilung droht dem Verdächtigen eine Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren. „Bei gemeinschaftlichem Handeln spricht man von schwerem sexuellen Missbrauch“, so Bieler.

Die Vorfall hatte sich am Sonnabend gegen 18.30 Uhr ereignet. Kurz darauf traf die Polizei ein. Die Rendsburger Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf. Dabei stellte sich schnell heraus, dass die Mädchen keine körperlichen Verletzungen davongetragen haben. Sie wurden in die Obhut der Eltern übergeben. Nähere Angaben zu dem Fall wollten Staatsanwaltschaft und Polizei vor dem Hintergrund der Persönlichkeitsrechte der minderjährigen Opfer nicht machen. Laut Polizei war es der erste sexuelle Übergriff von Asylbewerbern auf Besucherinnen des Schwimmbades in diesem Jahr.

Stadtwerke-Geschäftsführer Helge Spehr, zuständig für das Schwimmzentrum, betonte ebenfalls, dass derartige Vorfälle sehr selten vorkommen. In den vergangenen Monaten seien keine Taten aktenkundig geworden. Nach Angaben von Spehr habe es in der Vergangenheit mit jugendlichen Ausländern nur in der Anfangszeit der Flüchtlingswelle Probleme gegeben, nämlich als diese sich gezielt in die Becken des Schwimmzentrums stürzten, um sich von den weiblichen Bademeistern retten zu lassen. Dieses Fehlverhalten der jungen Männer habe man abstellen können. Spehr betonte: „Wir achten sehr darauf, dass die Leute nicht über die Stränge schlagen. Wenn das doch geschieht, intervenieren wir sofort.“ Sollte ein Problem nicht umgehend gelöst werden können, werde sofort die Polizei verständigt. Man habe zudem Schilder mit leicht verständlichen Piktogrammen anfertigen lassen, die darüber aufklärten, was erlaubt sei – und was eben nicht.

Bürgermeister Pierre Gilgenast berichtete, dass man aus den anfänglichen Vorfällen mit jungen Asylbewerbern Konsequenzen gezogen habe. Diese würden inzwischen von Fachkräften in betreuten Einrichtungen besser auf den Alltag in Deutschland vorbereitet werden.

zur Startseite

von
erstellt am 05.Apr.2016 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen