Unter freiem Himmel : Zwei Künstler, die stets „das Auge vor der Natur“ haben

Das Bild „atmet“ noch: Margreet Boonstra und André Krigar mit der Ansicht des Berliners von St. Marien.
Das Bild „atmet“ noch: Margreet Boonstra und André Krigar mit der Ansicht des Berliners von St. Marien.

Die gemeinsame Ausstellung von Margreet Boonstra und André Krigar wurde in der Galerie Müllers eröffnet. Einige Arbeiten entstanden erst kurz vor dem Beginn. Ein Umzug an vier weitere Orte ist geplant.

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03. März 2014, 14:04 Uhr

„Vorsicht, frische Farbe!“ Diese freundliche Warnung hörten die Gäste der jüngsten Ausstellungseröffnung in der Galerie Müllers nicht nur einmal. Unter den rund 50 dort präsentierten Arbeiten waren einige, welche die beiden Künstler im wahrsten Wortsinne frisch auf die Leinwand gebracht hatten. Noch feucht waren denn auch die am vergangenen Wochenende an Ort und Stelle entstandenen Bilder vom Stadtsee, dem Theater und der Marienkirche. Wie es ihre Spezialität ist, hatten die Holländerin Margreet Boonstra und der Berliner André Krigar sie pleinair, unter freiem Himmel, gemalt.

„Das Auge vor der Natur“, auf Niederländisch „Oog voor de Natur“, sind sowohl die Ausstellung selbst als auch der zweisprachige Katalog überschrieben. Und das Auge dicht an der Natur haben beide Künstler, die jeder etwa die Hälfte der Werke in Öl auf Leinwand an den Wänden des Kunsthauses platziert haben. Lediglich die 46-jährige Boonstra steuerte auch einige Bilder auf Papier bei.

André Krigar (61) gehört seit 1992 der Gruppe der 1989 gegründeten Norddeutschen Realisten an, der sich Tom und Sibylle Müllers verschrieben haben. Seine Kollegin ist Mitglied des holländischen Pendants „Het Noordelijk Realisme“. Den realistischen Malern zu eigen ist es, dass sie nicht nur allein, sondern auch in Gruppen und wechselnder Besetzung unter den Bedingungen des Freilichts in der Natur oder der Stadt, direkt vor dem Motiv malen. Darauf wies auch der Kunsthistoriker und Publizist Dr. Axel Feuß in seinen in die Ausstellung einführenden Worten hin. Bei einer solchen Gelegenheit, dem Sommer-Malfestival in Katwijk, lernten die beiden Künstler sich kennen. Bald entstand die Idee zu der gemeinsamen Ausstellung, die nach Rendsburg auch noch Station in Wilhelmshaven und an drei Standorten jenseits der Grenze machen wird.

Margreet Boonstras Arbeiten zeigen Ansichten vom Strand, eine Kleewiese oder einen Pfad im Herbstlicht. Krigars Bilder entstanden unter anderem auf dem Markt in Lamu Town/Kenia, am Gasometer in Berlin und im dichten Schilf. Wie die Künstler erzählen, stehen sie bei der Arbeit nicht selten nur wenige Meter auseinander. Und diese Entfernung macht, wie etwa im Fischerdorf Urk, die unterschiedliche Perspektive aus.

Die Ausstellung läuft bis 30. März (Dienstag bis Freitag von 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr, Sonnabend/Sonntag von 10 bis 14 Uhr).

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