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Neues Wappen : Zwei goldene Sensen für Meezen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Drei Vorschläge hat Uwe Nagel den Bürgern von Meezen gemacht. In einer Versammlung entschieden sie sich jetzt für den Entwurf Nummer zwei. Die Gemeindvertretung muss jetzt noch ihre Zustimmung geben.

shz.de von
erstellt am 23.Feb.2017 | 11:17 Uhr

Im Mittelalter halfen Wappen Rittern im Kampf, Freund von Feind zu unterscheiden. Seit Jahrhunderten dienen sie Städten als Erkennungszeichen. Heute kleben sie oft als Sticker auf Autos – damit der Hintermann weiß, woher der Fahrer kommt. Auch die Gemeinde Meezen soll zukünftig unter einem Bild vereint sein. In einer Einwohnerversammlung haben sich die Bürger jetzt auf einen Vorschlag geeinigt, der am Dienstag, 7. März, der Gemeindevertretung vorgelegt werden soll.

Gestaltet wurde das Wappen von Uwe Nagel. Der Künstler und Grafiker entwirft seit 1979 Wappen für Gemeinden in ganz Schleswig-Holstein. 200 Erkennungszeichen hat der Bergenhusener bereits gestaltet. Unterstützt wurde er in Meezen von einer eigens eingerichteten Arbeitsgruppe und den Bewohnern. „Wir haben alle Meezener aufgerufen, uns Vorschläge zuzuschicken“, so der stellvertretende Bürgermeister Hartmut Ralf. Die eingegangenen Ideen dienten Nagel als Anregung für 40 erste Entwürfe. „Es ist wichtig, dass die Vorschläge aus der Gemeinde kommen“, sagte Nagel. „Ich sehe mir dann an, was den Bürgern am wichtigsten ist und deute die einzelnen Motive in Wappensprache um.“

Wappensprache bedeutet, dass die Figuren und Farben den Regeln der Heraldik folgen müssen. So dürfen nur die Farben blau, rot, grün und schwarz sowie die Metalle Silber und Gold verwendet werden. Letztere werden von Weiß und Gelb repräsentiert. „Außerdem muss man darauf achten, dass Metall und Farbe jeweils im Wechsel erscheinen“, erklärte Nagel. So darf beispielsweise kein rotes Rad auf grünem Grund liegen. Auch sollten nicht zu viele Figuren im Wappen vertreten sein. „Zwei oder drei Bilder sind noch in Ordnung“, so der Experte. „Ab vier wird es schnell unübersichtlich.“ Zudem müssen die Figuren eindeutig und leicht zu beschreiben sein.

Das Schwierigste beim Entwerfen eines Wappens sei es, einzufangen, was die Gemeinde ausmache. In den 40 ersten Entwürfen des Grafikers waren alle Anregungen der Bewohner vertreten. Vom Storch über die Teiche und Fische bis hin zu Mischwäldern. Der Arbeitsgruppe viel eine Auswahl daher nicht leicht. „Wir haben lange überlegt, welche Figuren uns am wichtigsten sind“, sagte der stellvertretende Bürgermeister. „Wir haben uns schließlich auf drei Entwürfe geeignet, über die wir abstimmen lassen wollten.“ Zu diesen drei Vorschlägen entwarf der Grafiker außerdem eine Flagge, die bei der Versammlung ebenfalls gezeigt wurde. Mit einer deutlichen Mehrheit entschieden sich die Einwohner für Variante zwei.

Für die einzelnen Bestandteile des Entwurfs gibt es eine historische Begründung. Die wellige Linie, die das Gold vom Grün trennt, symbolisiert beispielsweise die seichten Hügel der Landschaft, die gekreuzten Birkenzweige stehen für die Baumart, die sowohl in trockenen Geest- als auch in feuchten Moorstandorten vorkommt. Die gekreuzten Sensen hängen mit dem Namen Meezen zusammen. Dier kommt vom Wort Metsinge. „Das bedeutet Grasland, Wiesenland“, erklärte Nagel. Die Sensen stehen für die frühere Nutzung der Wiesen. „Zum anderen bilden sie gekreuzt ein M“, so Nagel. Den ersten Buchstaben des Ortes so verschlüsselt ins Wappen aufzunehmen, sei nicht oft möglich. Am unbeliebtesten war bei der Einwohnerversammlung Variante drei. Die Meezener fühlten sich von den eckigen Vertiefungen am oberen Rand nicht an Teiche erinnert. Viel eher sehe das Gold aus wie eine Mauer.

Im nächsten Schritt muss die Gemeindevertretung das Wappen anerkennen. Gültig ist es dann aber noch nicht. „Bevor es offiziell verwendet werden darf, muss die Beschreibung des Wappens erfolgen“, so Nagel. Im Landesarchiv Schleswig-Holstein werden alle Wappen schriftlich erfasst. Auch deswegen ist es wichtig, dass die Figuren eindeutig sind. „Jeder, der die Beschreibung später liest, könnte das Wappen dann nachzeichnen.

DIE GESCHICHTE DER WAPPEN

Die ersten Wappen sind nur als Texte überliefert. Bis heute wird jedes Wappen genau beschrieben. Erst nach der sogenannten Blasonierung ist es rechtsgültig. Bei der Verschriftlichung werden die Formen übrigens spiegelverkehrt notiert, da sie aus der Sicht des Trägers beschrieben werden. Die ersten Wappenbilder dienten im Mittelalter den Rittern, die in den Kampf zogen. Sie konnten anhand der klaren Formen und leuchtenden Farben auf Pfeilschusslänge (etwa 300 Meter) erkennen, ob es sich um einen Verbündeten oder Feind handelte. Zunächst war es nur Städten erlaubt, Wappen zu führen. Etwa, wenn sie zur militärischen Verteidigung oder als Hafenstandort dienten. Seit 1918 dürfen Gemeinden und Ämter ein Wappen führen. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde gibt es zur Zeit 162 Gemeinden mit Wappen.

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