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Rendsburg : Zwei Aufreger-Themen in der Ratsversammlung

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Streit um aufgehängtes Porträt des Nazi-Bürgermeisters Franz Krabbe.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2013 | 09:23 Uhr

Rendsburg | Die letzte Ratsversammlung vor der Kommunalwahl wurde von zwei Streitthemen beherrscht. Die Linken scheiterten mit ihrem Anliegen, ein vor dem Bürgermeister-Büro aufgehängtes Porträt des Nazi-Bürgermeisters Franz Krabbes an anderer Stelle im Rathaus platzieren und mit Hintergrund-Informationen versehen zu lassen (die LZ berichtete). Mit 24 Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen und zwei Ja-Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. Zuvor war ein Vorstoß der Fraktion Modernes Rendsburg abgeblitzt, den Antrag an den Kulturausschuss zu verweisen. Aus formalen Gründen - nicht aus sachlichen: Alle Volksvertreter versprachen unisono, das Thema weiter behandeln zu wollen. Auch die CDU-Fraktion, die den Linken Wahlkampf-Taktik unterstellte. Franz Krabbes ist Großvater von Thomas Krabbes, der für die Christdemokraten am Sonntag als Spitzenkandidat kandidiert.

Bürgermeister Pierre Gilgenast meldete sich ebenfalls zu Wort: Bei den Bildern vor seinem Büro handele es sich um "keine Ehrengalerie", sondern um eine Darstellung der historischen Abfolge. "Ich halte es für falsch, das Bild zu entfernen. Die Diskussion zeigt aber, wie wichtig die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema ist." Das war Tenor einer Diskussion, in der den Linken nahegelegt wurde, den Fall in der nächsten Wahlperiode erneut auf die Tagesordnung zu heben. Der Linken-Fraktionsvorsitzende Volker Lindenau - sollte er denn gewählt werden - dürfte das tun: "Das Hauptziel dieses Antrags ist erfüllt, wenn das Thema im Kulturausschuss behandelt wird."

Aufreger Nummer zwei war der Streit um angebliche Vetternwirtschaft bei der Vergabe von Versicherungsleistungen im Rendsburg Port. Fritjof Wilken (Modernes Rendsburg) wollte durch einen Antrag erreichen, dass Bürgermeister Gilgenast zu Gesprächen mit den beteiligten Gesellschaften verpflichtet wird. Ziel, so Wilken, sei "eine Professionalisierung in der Geschäftsführung". Gilgenast verlas daraufhin eine Erklärung des Aufsichtsrats der Rendsburg Port Authority GmbH von gestern. Demnach habe es beim Vergabevorgang "handwerkliche Mängel" gegeben. Der Vorwurf der Vetternwirtschaft sei jedoch unbegründet.

Der Wilken-Antrag wurde mit 7:22 Stimmen abgelehnt.

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