zur Navigation springen

Bogenschießen : Zuversichtlich trotz Formkrise

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Pfeile fliegen derzeit nicht so, wie es sich Florian Kahllund wünscht. Doch bei den Junioren-Weltmeisterschaften der Bogenschützen im chinesischen Wuxi hofft der 20-jährige Fockbeker auf ein Ende der sportlichen Krise.

Ausgerechnet vor dem wichtigsten Wettkampf seiner bisherigen Karriere hat sich Florian Kahllund eine kleine sportliche Krise gegönnt. Der 20-jährige Fockbeker gehört zum Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft für die Junioren-Weltmeisterschaften der Bogenschützen im chinesischen Wuxi. Bei den am Sonntag beginnenden Wettkämpfen in der Metropole nahe Shanghai wollte Kahllund mit dem Recurvebogen eigentlich um eine Medaille mitschießen, doch derzeit wäre er „einfach nur froh, wenn ich ein einigermaßen gutes Ergebnis erziele und vielleicht ins Achtelfinale komme. Im Moment habe ich einfach keine Sicherheit.“

Der Fockbeker bekommt in diesen Tagen die Auswirkungen einer langen, gleichermaßen mental wie körperlich kräftezehrenden Saison zu spüren. „Ich hatte seit März gerade einmal eineinhalb Wochen Pause. Ansonsten hieß es immer nur Training, Wettkampf, Training, Wettkampf und so weiter“, klagt Kahllund, der in diesem Jahr von Turnier zu Turnier hetzte und dabei Rekorde und Titel sammelte, wie andere Leute Briefmarken. So stand er beim hochkarätig besetzten Junioren-Cup sowohl in Ljubljana als auch in Bukarest ganz oben auf dem Siegerpodest.

Beim Qualifikationsturnier für die WM präsentierte sich Kahllund Ende August in Kienbaum bei Berlin noch in blendender Form. Mit 1306 Ringen ging der Fockbeker als klarer Sieger aus dem Wettbewerb hervor. Die ebenfalls für die nominierten Sven Herzig (1289) und Lukas Maier (1276) folgten abgeschlagen auf den Plätzen zwei und drei. Doch seitdem hadert der beste deutsche Junior mit seiner Schusstechnik. „Bis zum September habe ich mich in dieser Saison stetig verbessert. Mit einem Mal ging aber nichts mehr. Die Pfeile fliegen nicht so, wie ich es haben will. Es ist nicht ein großes Problem, sondern es sind viele kleine. Konzentriere ich mich darauf, einen Fehler abzustellen, taucht irgendwo ein anderer auf. Es ist ein Teufelskreis und das zieht mich schon ein bisschen herunter. Das passiert ausgerechnet jetzt. Eine Weltmeisterschaft ist nach den Olympischen Spielen das Größte für einen Sportler.“

Mit Hilfe von Bundestrainer Victor Bachmann will Kahllund vor Ort den Teufelskreis durchbrechen. Gestern landete der deutsche Tross in Wuxi, heute folgt die erste Trainingseinheit und ein aufbauendes Gespräch mit Bachmann. „Ich vertraue dem Bundestrainer voll und ganz und ich denke, dass er mich wieder in die richtig Bahn bringen kann.“ Und auch sein Kämpferherz hat der Fockbeker nicht verloren. „Ich weiß ja, was ich kann. Wenn ich rechtzeitig meine Form wiederfinde, wird es sicherlich ein guter Wettbewerb.“ Unter Druck setzen lassen will sich der Fockbeker indes nicht. „Ich orientiere mich nicht an anderen, sondern schaue nur auf mich. Wichtig ist, dass ich mit meiner Leistung zufrieden bin. Wenn andere dann besser sind, das muss ich das eben akzeptieren.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 10.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen