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Landeszeitung

18. Dezember 2017 | 16:07 Uhr

Steinzeit : Zurück in die Vergangenheit

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Steinzeit-Veranstaltung in der Arche Warder überzeugte die großen und kleinen Besucher mit Bogenschießen, Feuersteinen, Stockbrotbacken, Schafwolle spinnen und Gartenkunde. Besonders Familien fanden den Weg in den Park.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2013 | 15:53 Uhr

Im Steinzeitdorf in der Arche Warder konnten am Wochenende große und vor allem kleine Besucher einen Blick in die entfernte Vergangenheit werfen. Da konnte Stockbrot gebacken werden, es wurden kleine Lederlappen mit Erdfarben bemalt und Ton gebrannt.

Sabine Hengstl aus Nürnberg, die mit ihren Kindern Karl (10) und Cilia (4) bei Kathrin Löbe zu Besuch war, gefiel neben diesem Thementag vor allem die Vielfalt der unterschiedlichen Rassen innerhalb gleicher Tierarten in der Arche. Der Rundgang durchs Dorf führte dann zu einer Station, die besonderen Zuspruch fand. Luca Mertens (9), der mit seinem Vater André aus Aukrug gekommen war, umfasst mit der linken Hand fest den großen Bogen, in der rechten liegt der Pfeil. Er legt ihn an die Sehne und spannt ihn, doch Klaus Timm von der Arche sagt: „Moment noch, bevor du schießt, musst du das Gleichgewicht halten und sicher stehen.“ Luca korrigiert seine Haltung, spannt noch einmal, zielt, und der Pfeil fliegt mit einem schwirren in die Richtung der runden Bastscheibe, die rund zehn Meter entfernt an einem Stamm festgemacht ist – Treffer! Sein Vater lächelt stolz. „Ich bin zum zweiten Mal hier“, sagt Luca, „ und es gefällt mir sehr.“ Vor allem ist er von der Schießtechnik fasziniert, und will auf jeden Fall wiederkommen.

Derweil hat Jürgen Rüger einen Feuerstein genommen und zeigt ihn der jungen Besucherin. „Das ist ein Stein, mit dem man schneiden kann“, erklärt er, „man muss höllisch aufpassen, der ist scharf wie ein Rasiermesser.“ Er weiß, wovon er spricht, hat er sich doch vor einigen Jahren mit einem ähnlichen bös in den Finger geschnitten. Dann zerschneidet er vorsichtig den hochgehaltenen kleinen Lederlappen.

Nebenan hat Christine Radtke eine einfache Spindel genommen und demonstriert, wie die Steinzeitmenschen sie gehandhabt haben. „Ich nehme Schafwolle“, sagt sie, „das Problem ist, dass die Menschen damals die Wolle noch nicht gekämmt haben. Sie wurde auch nicht gewaschen, ist also sehr fettig, dass macht es schwieriger. Aber mit etwas Geduld und Übung geht es.“

An der letzten Station hat Irmgard Fiellbrandt, die aus dem ostpreußischen Allenstein stammt, einige interessierte Zuschauer um sich geschart und erklärt, wie es in einem frühen Garten aussah. „Die Menschen hatten damals schon Pflanzen zur Verfügung, die es auch heute gibt. Insbesondere einfache Kornsorten, aber auch Hirse, Zwiebeln und sogar Erbsen und Linsen. Das Leben war hart, daher musste man die Natur genau kennen, wenn man satt werden wollte.“ Dann lacht sie und ergänzt: „Schließlich gab es ja keine Supermärkte.“

Klaus Timm hat sich noch dem Feuermachen zugewandt. Er nimmt einen Holzstiel und schaut auf das angespitzte Ende, schüttelt den Kopf, greift in seine Hosentasche und holt ein scharfes Messer heraus. „Der Besenstiel ist gut 40 Jahre alt, der ist steinhart, da kommt man mit einem Feuerstein nicht weit“, sagt er und kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Dann bearbeitet er das Holz, bis es die gewünschte Form hat, nimmt eine Spindel und gibt sie weiter. „So, nun wieder ab in die Steinzeit.“ Die Spindel dreht das Holz immer schneller und es rutscht aus dem Zündloch in dem Holzbrett heraus, also noch einmal von vorn. Wenn man nun ein Streichholz hätte, aber das hatten die Menschen damals auch nicht.


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