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„Grosses Geschenk“ : Zum Jubiläum Haydns „Schöpfung“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Förderkreis Kantatenchor St. Marien besteht seit 40 Jahren. Die Kirchenmusik wurde mit weit über 100 000 Euro unterstützt. Viele Mitwirkende sind im Festkonzert zu hören.

Mit weit über 100 000 Euro hat der Förderkreis Kantatenchor St. Marien das Ensemble in den 40 Jahren seines Bestehens unterstützt. Als „großes Geschenk“ bezeichnete es der Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Pastor Rainer Karstens, in einem Pressegespräch, dass der Verein über diese Zeit hinweg immer wieder neue Mitglieder gewonnen hat. Zum Jubiläum wird am Sonntag, dem 15. September (17 Uhr), als Festkonzert Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ in der Kirche aufgeführt.

„Sie waren Ihrer Zeit voraus“, erinnerte Karstens daran, dass zur Zeit der Gründung Förderkreise nicht gang und gäbe waren. Dem stimmte Kurt Schrum, damals Gründungs- und heute Ehrenvorsitzender, in seinem Rückblick zu. In einer Epoche, da genug Kirchensteuern eingingen, war es nicht üblich, dass die Finanzierung über Dritte geregelt wurde. Der damalige Kantor und Organist Hans Jürgen Baller habe jedoch mit Weitblick erkannt, dass eine solche Hilfe eventuell nötig werden könnte.

Anfangs gab es keine direkte Förderung von Konzerten, berichtete Schrum. Die Zuschüsse beschränkten sich etwa auf Proben-Wochenenden und Notenkäufe. Von Beginn an wurden organisatorische Aufgaben wie beim Kartenverkauf übernommen. Die erste große Herausforderung sei der Wunsch Ballers nach einer Chororgel auf Rollen gewesen. Anfang/Mitte der neunziger Jahre wurden aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen jährlich 4000 bis 5000 Mark für den Kantatenchor zur Verfügung gestellt, eine Summe, die heute in Euro umgemünzt ist.

Unter die Arme gegriffen hat der Förderkreis der Kirchenmusik auch beim Anschaffen eines E-Pianos für die Jugendarbeit, eines Konzertflügels im Haus der Kirche und einer Truhenorgel. Ein Höhepunkt für die Musikschaffenden und den Förderkreis gleichermaßen war laut Schrum das Benefizkonzert für die Tsunami-Opfer im Jahre 2005, nach dem ein Erlös von 11 000 Euro an die Aktion „Brot für die Welt“ überwiesen werden konnte.

100 Mitglieder riefen 1973 den Verein ins Leben. Sein erster Vorsitzender wurde in Würdigung seiner Verdienste mit dem Ansgar-Kreuz ausgezeichnet. Karsten Struck, ehemaliger Pastor im Bezirk Bugenhagen-Schleife, trat 2009 die Nachfolge von Kurt Schrum an und freut sich über die ansehnliche Zahl von aktuell 122 Mitgliedern.

Beim Jubiläum des Förderkreises tritt Struck als Sänger in St. Marien auf. Seit dem Frühjahr hat Kantor Volker Linhardt – Nachfolger Ballers wie zuvor das Ehepar Ulrich Lamberti und Heike Mroß-Lamberti sowie Friedemann Johannes Wieland – mit dem Kantatenchor für die „Schöpfung“ geprobt. Haydns Werk ist eines von Linhardts Lieblingsoratorien, das er bisher erst einmal dirigiert hat. Die Chormitglieder haben nach Linhardts Erfahrung von der Aufführung vor einigen Jahren noch vieles parat. „Das singt sich wie Butter.“

Gesangssolisten sind Ilse-Christine Otto (Sopran), Kristina Fehrs (Alt), Achim Kleinlein (Tenor) und Yorck Felix Speer (Bass). Für den Instrumentalpart sorgt die „capella vitalis berlin“ auf Originalinstrumenten des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Auch ein Hammerflügel aus Joseph Haydns Zeit wird in die Marienkirche gebracht. Vor zwei Jahren war das Orchester bei Johann Sebastian Bachs „Johannespassion“ in Rendsburg zu hören. Zwischen den drei Teilen des Oratoriums tritt jeweils eine kurze Pause ein.

Karten für „Die Schöpfung“ gibt es im Vorverkauf beim Musikmarkt in der Altstadtpassage und an der Abendkasse.


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erstellt am 09.Sep.2013 | 18:57 Uhr

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