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Rendsburg/Hohenwestedt : Zulassungsstellen stehen auf der Kippe

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Hauptausschuss berät über Zukunft der drei Filialen in Eckernförde, Hohenwestedt und Altenholz. Struktur laut Verwaltung unwirtschaftlich.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2015 | 12:30 Uhr

Der Kreis stellt seine Kraftfahrzeug-Zulassungsstellen auf den Prüfstand. Das zumindest empfiehlt die Verwaltung dem Hauptausschuss, der am kommenden Donnerstag tagt. Ein Ergebnis könnte die Schließung der drei Außenstellen in Eckernförde, Hohenwestedt und Altenholz sein. Denn der Betrieb der drei Filialen der Rendsburger Hauptstelle ist zu unwirtschaftlich. Das ergibt der Leistungsvergleich unter allen elf Kreisen des Landes. Darin belegt Rendsburg-Eckernförde den letzten Platz.

Nirgendwo im Land gibt es so viele Zulassungsstellen wie im flächengrößten Kreis. Damit die Wege für Bürger oder Firmen, die ihr Auto, ihren Lastwagen oder ihr Motorrad anmelden wollen, nicht so weit sind, war seinerzeit entschieden worden, mehrere Dependancen zu betreiben. Alle anderen Kreise unterhalten eine oder höchstens zwei dieser Einrichtungen. Der Mittelwert beträgt 1,55. Rendsburg-Eckernförde liegt mit seinen vier Anlaufstellen weit darüber. Deshalb ist die maximale Entfernung zur nächsten Stelle mit 27 Kilometern weit unterdurchschnittlich. Im Mittel aller Kreise müssen 37,7 Kilometer zurückgelegt werden. In Ostholstein sind es sogar 73 Kilometer, in den Kreisen Pinneberg und Segeberg jedoch nur 25. Mit den kurzen Wegen in Rendsburg-Eckernförde könnte es jedoch vorbei sein, wenn der Hauptausschuss sich dazu entscheidet, nicht mehr an der dezentralen Struktur mit mehreren Außenstellen festzuhalten. Bereits vor zwei Jahren war darüber entschieden worden – allerdings mit dem Ziel, im „kommunalen Benchmarking mindestens den landesweiten Mittelfeldplatz zu erreichen“, wie es in der Entscheidungsvorlage heißt. Weil der Kreis aber noch immer die rote Laterne in puncto Wirtschaftlichkeit trägt, sieht die Verwaltung Handlungsbedarf. Ein weiterer Grund: Ab 2017 soll es für jeden möglich sein, sein Auto über das Internet anzumelden. Der Gang in die Amtsstube ist dann nicht mehr nötig.

Wenn die Kreispolitiker etwas an der Struktur ändern wollen, müssen sie der Verwaltung bald den Auftrag für ein neues Konzept erteilen, denn die Kündigungsfrist für das gemietete Gebäude an der Rendsburger Straße 109 in Eckernförde beträgt ein ganzes Jahr. Für die Außenstellen in Hohenwestedt und Altenholz sind es sechs Monate zum Jahresende. Deshalb schlägt die Verwaltung vor, zumindest die Eckernförder Dependance noch in diesem Jahr mit Wirkung zum 31. Dezember 2016 zu kündigen, um im Jahr darauf Handlungsfreiheit zu haben. Die Kündigungen der anderen beiden Filialen könnten zeitgleich erfolgen oder im ersten Halbjahr 2016 zum Ende des Jahres. Ob eine Außenstelle – und welche davon – erhalten bleibt, ist noch völlig Nur für die Rendsburger Hauptstelle im Kreishaus besteht Bestandssicherheit. Wie hoch die Kosten für alle Zulassungsstellen sind und was gespart werden könnte, kann die Verwaltung nicht konkret aufschlüsseln. „So weit sind wir noch nicht“, sagte Gerd Hackbart von der Verwaltung auf Nachfrage der Landeszeitung. „Aber es erklärt sich von selbst, dass die Kosten für eine Behörde mit mehreren Außenstellen höher sind als ohne.“ Allein die Aufwendungen für die Immobilien, die Telekommunikation und das Personal, dessen Decke auch für Krankheitsvertretungen ausreichen muss, schlagen stark zu Buche. In Eckernförde sind derzeit 5,3 Stellen, in Hohenwestedt drei und in Altenholz 5,5 angesiedelt.

>Der Hauptausschusses tagt am Donnerstag, 5. November, öffentlich um 17 Uhr im Sitzungssaal 169 im Kreishaus an der Kaiserstraße 8.

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