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Übung der feuerwehr : Zugunglück: Feuerwehr übt Ernstfall

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Einsatzkräfte aus Rendsburg und Büdelsdorf bereiteten sich auf möglichen Zusammenstoß zweier Züge auf der Eisenbahnhochbrücke vor.

von
erstellt am 23.Mär.2015 | 05:00 Uhr

Wer am Sonnabend ein Großaufgebot der Feuerwehr auf den Gleisen zwischen Büsumer Straße und Fockbeker Chaussee entdeckt hat, sei beruhigt. Denn was wie ein schwerer Verkehrsunfall aussah, war nur eine Übung. Die zwei ineinander verkeilten Fahrzeuge wurden bewusst auf die Gleise gelegt, sie sollten den Zusammenstoß zweier Züge simulieren. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren in Rendsburg und Büdelsdorf probten fünf Stunden lang für den Ernstfall.

Pünktlich um 9 Uhr kamen die 40 Einsatzkräfte am Rendsburger Bahnhof an. Der Fall: Zwei Züge sind auf der Eisenbahnhochbrücke zusammengestoßen, Menschen sind in Waggons eingeklemmt und müssen mit Hilfe von technischen Geräten befreit werden. Jetzt muss es schnell und organisiert vorgehen. Ein Regionalzug steht schon bereit, um die Helfer an den ungewöhnlichen Einsatzort zu bringen. Doch ohne Ausstattung kommen sie nicht weit. Zunächst gilt es, den Zug mit den wichtigen Hilfsmitteln zu beladen: „Alles, was wir für die technische Rettung brauchen, müssen wir aus den Feuerwehrfahrzeugen in den Zug bringen“, erklärt Jens Schnittka, stellvertretender Wehrführer in Rendsburg. Die hydraulischen Rettungsgeräte und Holzpflöcke zur Stütze für die Waggons dürfen aber nicht wahllos ins Abteil geworfen werden. Die Kameraden gehen mit System vor. „Wir müssen den Zug einsatztaktisch sinnvoll beladen“, so Schnittka. Die Schwierigkeit dabei: Die Helfer wissen nie, was für ein Zug sie bekommen. und wie dieser aufgebaut ist.

Die Hochbrücke selbst wurde für die Übung nicht gesperrt. Daher simulierten die Wehren den Einsatz auf den stillgelegten Gleisen zwischen Bahnhof und Büsumer Straße. Viele Autofahrer staunten nicht schlecht, als plötzlich ein Zug über die sonst unbefahrenen Gleise fuhr, berichtet Schnittka. Die Bahnübergänge auf der Strecke, zum Beispiel an der Friedrichstädter Straße, wurden für die ungewöhnliche Fahrt natürlich gesichert.

Am Einsatzort angekommen, lagen die zwei Fahrzeuge, welche die Züge darstellen sollten, schon auf den Schienen – eines auf dem Dach, das andere schräg davor. Vier Puppen mussten die Helfer aus den Pkws befreien. Ob man Menschen aus Autos oder Zügen rettet, mache kaum einen Unterschied. „Wir brauchen dafür dieselben Geräte“, erklärt Schnittka die Tatsache, dass sie mit Autos anstatt Waggons übten.

Dem Großeinsatz liegt ein Konzept zur Rettung auf der Hochbrücke zugrunde, so Jürgen Beyer vom Kreisfeuerwehrverband. Dieses sollte am Sonnabend überprüft werden. Seit 2012 wird es in Anlehnung an das Rettungskonzept für den Hindenburgdamm erarbeitet. Beyer zeigt sich zufrieden mit der Übung: „Hier und da werden wir Kleinigkeiten ausbessern, aber ansonsten lief alles sehr gut und nach Plan“ – lautet sein Fazit.

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