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Rendsburg : Zugangskontrolle am Kreishaus: Rückendeckung für den Landrat

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Mitarbeiter begrüßen die Sicherheitsmaßnahmen am Kreishaus in Rendsburg.

Rendsburg | Eingangskontrollen am Kreishaus – das hat es nie gegeben. Doch vor allem die Mitarbeiter der Verwaltung sind froh über die Entscheidung von Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer. Ein Blick in andere Behörden in Rendsburg-Eckernförde zeigt, wie ungewöhnlich der Schritt ist, die Eingänge von einem Sicherheitsdienst überwachen zu lassen. Im Kreis machen sich jedoch weitere Behördenleiter Gedanken über mehr Sicherheit in ihren Amtsstuben.

„Der Personalrat begrüßt die Maßnahmen ausdrücklich“, sagte Vorsitzender Hans-Joachim Krieger. Vor allem, dass die Entscheidung dazu schnell erfolgt sei. Die Belastung einiger Mitarbeiter durch Bedrohungen habe in der Vergangenheit bereits zu Arbeitsausfällen geführt. Das Personal sei nun beruhigter, obwohl es seit mindestens 40 Jahren keine ähnliche Situation gegeben habe. Rolf-Oliver Schwemer kann nicht absehen, wie lange die Kontrollen aufrecht erhalten werden müssen. Er wolle sie so kurz wie möglich halten. „Ich bitte um Verständnis für die damit verbundenen Unannehmlichkeiten“, sagte er. Er und seine Mitarbeiter versuchen, die Situation zu entschärfen. Laut Dietmar Benz, Präventionsbeamter der Polizei, werde mit dem Einsatz der Sicherheitsleute gezeigt: „Hier wird aufgepasst, aber wir verbarrikadieren uns nicht.“ Er erklärte, dass es nicht Aufgabe der Polizei sei, das Hausrecht der Behörde durchzusetzen. Zudem seien die Beamten personell nicht dazu in der Lage. Er versicherte jedoch, dass die Polizei umgehend vor Ort ist, wenn es Probleme geben sollte.

Schwemers Entscheidung ist beispiellos. Ob das Rendsburger Rathaus oder die Verwaltungsgebäude der Ämter im Kreis – alle stehen Besuchern ohne Hindernis offen. Selbst das Finanzamt, wo am 1. September 2014 ein Mitarbeiter erschossen wurde, hat keine Zugangskontrollen eingeführt. Nur in den Gerichten in Rendsburg und Eckernförde werden Besucher überprüft – dort sogar per Metalldetektor. In der Polizeistation in Rendsburg sorgt eine Sicherheitsschleuse dafür, dass niemand unerkannt ins Gebäude kommt.

Dass Bedrohungen von Behörden-Mitarbeitern zunehmen, hat auch Stefan Landt festgestellt. Der Amtsdirektor des Amtes Mittelholstein in Hohenwestedt denkt derzeit darüber nach, wie die Sicherheit im Rathaus erhöht werden kann. „Wir wollen wieder einen Informationsarbeitsplatz einrichten“, berichtete er auf Anfrage der Landeszeitung. Die Stelle im Foyer des Gebäudes soll als Anlaufpunkt für Bürger dienen. „Aber so merkt auch jeder, dass er nicht ungesehen hineingelangt.“ Das ermögliche eine Kombination aus Bürgerfreundlichkeit und Sicherheit für die 70 Mitarbeiter und Besucher im Haus. Dem Amtsvorsteher zufolge werde schon länger darüber nachgedacht – nicht erst seit den aktuellen Entwicklungen im Kreishaus.

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erstellt am 03.Mär.2015 | 07:30 Uhr

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