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Kunstforum : Zufall sorgt für Happy End im Kunstforum

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Amateur-Maler finden neue Heimat in der Nienstadtstraße.

von
erstellt am 10.Jun.2015 | 00:13 Uhr

Der Schock ist überwunden. Nach der überraschenden Kündigung des Mietvertrags für den Anbau im Alten Rathaus vor drei Monaten haben die Mitglieder des Kunstforums eine neue Heimat gefunden. Künftig werden die Maler und Kunsthandwerker ihre Bilder und Objekte in der Nienstadtstraße 5 präsentieren. Die Eröffnung der Räume wird am kommenden Sonnabend gefeiert.

„Wir sind erleichtert“, sagt Siv Petra Rathenow. Die Malerin aus Rendsburg bildet gemeinsam mit Bettina Doppelbauer und Karsten Dierks das Leitungsteam des Kunstforums. Zu dieser Gemeinschaft gehören 20 Laienkünstler, die bei ihrem Zusammenschluss vor sechs Jahren nach einer Möglichkeit suchten, ihre Arbeiten öffentlich auszustellen. Die Autodidakten, die sich durch Kurse fortbilden, arbeiten nicht professionell für den Kunstmarkt. „Wir sind Amateure, die allerdings auf eine hohe Qualität der Werke achten“, betont Karsten Dierks.

Der Auszug aus dem Alten Rathaus war notwendig geworden, weil die Räume am Altstädter Markt für die Tourist-Information gebraucht wurden. „Wir konnten den Anbau kostenfrei nutzen, zahlten nur die Nebenkosten“, schildert Karsten Dierks den Verlust. Die Suche nach einer Alternative gestaltete sich zunächst schwierig. „Viele der leer stehenden Geschäfte waren für uns zu groß, zu dunkel, vor allem aber viel zu teuer“, fasst Dierks zusammen. „Dann aber hat uns der Zufall geholfen.“

Bettina Doppelbauer und Siv Petra Rathenow waren bei einem Gang in der Nienstadtstraße, bei dem sie alle leer stehenden Geschäfte unter die Lupe genommen hatten, offenbar aufgefallen. Sie wurden von einem Mann angesprochen, der sich als Vermieter des Ladens in der Nienstadtstraße 5 vorstellte. Aus dieser Begegnung entwickelte sich dann das Happy End für das Kunstforum.

„Die Erbengemeinschaft als Eigentümer der Räume ist uns finanziell sehr entgegengekommen“, verrät Dierks. Ursprünglich war in dem Haus aus dem Jahr 1924 mit den markanten blauen Holzverzierungen in der Fassade eine Bäckerei untergebracht. In den vergangenen Jahren aber hat es immer wieder einen Wechsel der Mieter gegeben. Unter anderem wurde in dem Geschäft Handwerkskunst aus dem Erzgebirge verkauft. In den letzten zwei Jahren jedoch stand der Laden leer.

„Die Lage am Altstädter Markt war natürlich 1a“, räumt Bettina Doppelbauer ein. „Jetzt befinden wir uns eindeutig in einer Randlage mit weniger Laufkundschaft.“ Dafür seien die neuen Räumlichkeiten durch die breiten Fensterscheiben hell und freundlich. Die Kunstforum-Mitglieder wollen verstärkt Werbung für ihr Projekt machen, um die Kunstinteressierten auf den Weg in die Nienstadtstraße zu lenken. Zu ihrem Angebot gehören nicht nur die Ausstellungen mit den Arbeiten der Mitglieder, auch Kunsthandwerk soll regelmäßig in einer Vitrine präsentiert werden. Außerdem sollen Einzelausstellungen in Szene gesetzt werden. Und nach Absprache können die Bilder auch ausgeliehen werden. Vor allem aber sollen sich Gespräche mit den Betrachtern entwickeln. „Denn wir wollen unsere Arbeiten nicht anonym, zum Beispiel in Cafés, zeigen“, sagt Karsten Dierks. Daher haben die Amateur-Maler die Initiative ergriffen und sich gemeinsam ihre eigene Form der Präsentation geschaffen. „Und damit sind wir im Großraum Rendsburg einzigartig.“

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