Büdelsdorf : Zündstoff im Streit um Baugebiet

Die verärgerten Anwohner: Hinter ihnen ist die freigeräumte Fläche zu sehen, auf der das größte Wohnhaus entstehen soll.
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Die verärgerten Anwohner: Hinter ihnen ist die freigeräumte Fläche zu sehen, auf der das größte Wohnhaus entstehen soll.

Investor Ingolf Bädtker wehrt sich gegen die Kritik Büdelsdorfer Anwohner – und muss wegen einer Baumfällung mit einem Bußgeld rechnen.

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22. Juli 2014, 12:00 Uhr

Das Neubaugebiet „Am Stadtpark“ sorgt wieder für Wirbel. Seit langem liegen Anwohner mit der Verwaltung und dem Rendsburger Investor im Clinch. Jetzt erheben einige von ihnen Vorwürfe gegen Ingolf Bädtker aus der Geschäftsführung von Schaar-Immobilien, dem Vermarkter des Baugebiets. „Wir fühlen uns arglistig getäuscht“, sagt der Wortführer, Anwohner Alexander Buntin. „Was hier gebaut wird, entspricht nicht den Entwürfen, die Entscheidungsgrundlage der Politik waren.“ Die beginnenden Hochbauarbeiten sowie Grafiken auf der Schaar-Homepage offenbarten ein anderes Bild als das, was versprochen worden sei. „Vorgesehen waren zwei Gebäude mit je drei Geschossen, zu sehen ist ein einziger großer Block mit vier Stockwerken“, sagt Buntin. Auch die Preisgestaltung sorge für Verwunderung. Die größte Penthouse-Wohnung (118 Quadratmeter) wird für 298 000 Euro angeboten, die anderen kosten zwischen 122 000 und 219 000 Euro. „Das sind Hammerpreise für diese Stadt.“ Der Grundgedanke sei gewesen, günstigen Wohnraum zu schaffen. „Von Luxuswohnungen war nicht die Rede.“

Ein weiteres Ärgernis ist aus Sicht der Anwohner eine umgesägte Eiche am Rande des Baugebiets. Sie sei vom Investor ohne behördliche Genehmigung gefällt worden, behauptet Buntin. „Ungeheuerlich, zumal wir es mit einem bekannten Rendsburger Mandatsträger zu tun haben.“ Seit Juni ist Ingolf Bädtker neben seiner Position als CDU-Ratsherr stellvertretender Stadtpräsident.

Der Beschuldigte wehrt sich gegen die Vorwürfe. „Wir haben nicht zu groß gebaut. Das Gebäude ist sogar noch kleiner geworden als ursprünglich geplant“, sagt er. In der einen Hälfte habe man auf zwei Wohnungen verzichtet, insgesamt komme man jetzt auf 19 Einheiten. Zu Beginn der politischen Diskussion seien es sogar noch 60 Wohnungen gewesen. Die Preisgestaltung kommentierte Bädtker so: „Wir bauen eine gehobene Ausstattung.“

Unterstützung bekommt der Investor aus der Stadtverwaltung. „Was bei Aufstellung des B-Plans und Satzungsbeschluss vorgestellt wurde, wird eins zu eins so gebaut“, versichert Torben Sievers, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt im Büdelsdorfer Rathaus. „Das Wohngebäude wird sogar noch einen Meter niedriger als im Bebauungsplan zulässig.“ Eine urspünglich angedachte Variante mit 60 Wohnungen habe in der Tat zur Hälfte sozialen Wohnungsbau beinhaltet. „Von den Anwohnern wurden damals jedoch Bedenken geäußert, und man nahm in der Politik davon Abstand“, so Sievers. Jetzt werde das Baugebiet nicht öffentlich gefördert, es sei folglich frei finanzierbar. Der Investor darf selbst entscheiden, welchen Preis er verlangt.

In einem Punkt droht ihm allerdings doch amtliches Ungemach. Die umgesägte Eiche war zwar nicht gesund und laut B-Plan „zum Abschuss“ freigegeben. Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) hätte vorher jedoch grünes Licht geben müssen. „Eine Genehmigung lag nicht vor“, sagt Sprecher Martin Schmedtje. Die Eiche war vier Zentimeter zu dick, um sie ungefragt umzulegen. Der Knickerlass schreibt vor, dass bei Bäumen ab einem Umfang von zwei Metern eine Erlaubnis erforderlich ist, so Schmedtje. Beim Büdelsdorfer Exemplar betrug der Stammumfang 2,04 Meter. „Die Fällung war am unteren Ende von Unzulässig, aber unzulässig ist unzulässig.“ Ingolf Bädtker zeigte sich von der Nachricht aus dem Kreishaus überrascht. Der Baum sei von einem Sachverständigen geprüft worden, innen hohl gewesen und im B-Plan als „wegfallender Baum“ gekennzeichnet worden. Nach Angaben aus dem Kreis erwartet den Verursacher eine Geldbuße zwischen 50 und 100 Euro.

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