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Langwedel : Zuchthennen sollen Fasanen-Bestand retten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Jäger wildern die ersten fünf von 36 weiblichen Tieren aus.

Ganz zaghaft und vorsichtig schritt die Fasanenhenne in Richtung Freiheit. Sie war eine von fünf, die gestern im Langwedeler Revier des gleichnamigen Hegerings im Rahmen eines „Fasanenprojektes“ zur Bestandsstabilisierung freigelassen wurde. Insgesamt soll der Fasanenbesatz allein in diesem Revier um 36 Hennen erweitert werden.

Seit Jahren schon beobachtet der Hegering Langwedel, zu dem zehn Reviere gehören, den schwindenden Fasanenbesatz in seinem Gebiet mit einiger Besorgnis. „Dabei haben wir schon viele Maßnahmen getroffen“, erklärte der Hegeringleiter Carsten Schwartz. Dazu gehört unter anderem auch eine verstärkte Prädatorenbejagung auf die Fressfeinde der Fasane, wie zum Beispiel Krähe, Dachs, Marder und Fuchs. „Wir haben dadurch zurzeit die höchste Raubwildstrecke der Kreisjägerschaft Rendsburg Ost“, konnte Schwartz berichten. Zusätzlich wurden Blühstreifen um die Maisflächen angelegt und Obstbäume gepflanzt, um den zu den Hühnervögeln gehörenden Tieren Schutz und Winternahrung zu bieten. Doch trotz aller Bemühungen der Bestand immer weiter zurück. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, wurde nun ein in Schleswig-Holstein einmaliges Auswilderungsprogramm für Fasanenhennen zur Bestandsstabilisierung begonnen.

„Wir mussten dafür erst einmal einen Antrag bei der unteren Jagdbehörde stellen“, verriet der Projektleiter des Hegerings, Olaf Malmström. Für eine Genehmigung mussten die freizulassenden Hennen aber bestimmte Kriterien erfüllen. „Die Tiere müssen eine gewisse Wildständigkeit besitzen und dürfen nicht zu sehr an den Menschen gewöhnt sein“, erklärte der Projektleiter. „Sonst besteht ja die Gefahr, dass sie gleich zum nächsten Hof fliegen und sich zusammen mit den Hühnern füttern lassen.“ Dementsprechend sollten die Hennen das natürliche Verhalten besitzen und zum Beispiel anducken, wenn sich eine Gefahr nähert. Auch das abendliche Aufbäumen (außerhalb der Brutzeit schlafen Fasane auf Bäumen) gehöre dazu. Eine geeignete Fasanerie, die über solche Vögel verfügt, fanden die Verantwortlichen in Sirksfelde. Nachdem die Jagdbehörde das Aussetzen genehmigt hat, können innerhalb von drei Jahren 350 Fasanenhennen in dem gut 6700 Hektar großen Gebiet des Hegerings ausgesetzt werden. „Im Rahmen des Projektes haben wir jetzt natürlich beschlossen, die nächsten zwei Jahre ganz auf die Fasanenjagd, sowohl auf Hähne als auch Hennen, zu verzichten“, bestätigte Malmström. Man wolle nun erst einmal beobachten, ob sich der Bestand stabilisiere.

Die Kosten für die Hennen werden zum Teil durch die Hegeringkasse und durch die Reviere gedeckt. „Natürlich kann man die Vögel auch günstig bekommen, aber eine Henne, die unseren Anforderungen entspricht, kostet 17 Euro“, verriet der Projektleiter. Dementsprechend dankbar war man dann auch, dass allein „Bingo – Die Umweltlotterie“ gut 53 Prozent der Gesamtkosten übernahm. „Für unser Fasanenprojekt haben wir sogar einen Hegeringball mit einer großen Tombola veranstaltet, für die regionale Unternehmen und Gemeinden Geld- und Sachpreise gespendet haben“, führte Malmström weiter aus. Ob das Projekt den gewünschten Erfolg zeigt, wird nun aber hauptsächlich die Natur entscheiden.



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