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Bogenschießen : Ziel(e) verfehlt – dennoch glücklich

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Bogenschießen scheiterte der Fockbeker Florian Kahllund im Einzel und mit dem Team jeweils im Achtelfinale.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Als Florian Kahllund am Mittwoch vor 14 Tagen am Flughafen Frankfurt den Airbus 380 mit dem Ziel Peking betrat, war dem 20-Jährigen vor dem rund 13-stündigen Flug schon etwas mulmig zumute. „Ich bin vorher noch nie so lange geflogen und wusste nicht genau, was mich erwartet. Es ist aber alles gut gegangen“, sagt Kahllund rückblickend. In Peking war die Reise indes noch nicht zu Ende. Von Chinas Hauptstadt aus ging es – ebenfalls per Flugzeug – weiter nach Wuxi, einer 4,5-Millionen-Einwohner-Metropole im Osten der Volksrepublik. Doch Kahllund nahm die Reisestrapazen gerne in Kauf. Der Fockbeker zählte zum neunköpfigen Aufgebot der deutschen Junioren-Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaften im Bogenschießen.

Für Kahllund war das WM-Debüt „ein tolles Erlebnis“, wenngleich die Wettkämpfe sportlich nicht ganz zu seiner vollsten Zufriedenheit verliefen. Sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft kam der Fockbeker nicht über das Achtelfinale hinaus. „Es ist schon ein bisschen ärgerlich, dass ich im wichtigsten Wettbewerb überhaupt nicht meine beste Leistung bringen konnte. Im Sommer habe ich wesentlich besser geschossen. Die Trainingsplanung war nicht gut“, sagt Kahllund selbstkritisch. Und auch mental hatte der 20-Jährige so seine Probleme. „Ich habe mir im Vorfeld zu viel Druck gemacht. Schließlich ist eine Weltmeisterschaft nur alle zwei Jahre. Ich wollte einfach zu viel. Dadurch war ich etwas blockiert und habe technisch nicht so sauber geschossen.“

Nach einem knappen 6:4-Auftaktsieg über Otgonbold Baatarhuyag aus der Mongolei schien Kahllund, der die Qualifikation als 17. von 85 Startern beendet hatte, in der Runde der letzten 32 auf einem guten Weg und gewann gegen den Franzosen Thomas Antoine souverän mit 6:0. Doch im anschließenden Achtelfinale gegen Gael Prevost aus Frankreich flogen die Pfeile des Deutschen zu oft an den anvisierten Zielen vorbei. Am Ende hieß es 7:1 für Prevost. „Ich hatte zu viel Respekt vor dem Gegner. Prevost hatte in diesem Jahr schon gute Ergebnisse im Herrenbereich erzielt. Davon habe ich anfangs mich zu sehr beeindrucken lassen. Als ich dann endlich meine Form gefunden habe, war es leider schon zu spät“, kommentierte Kahllund sein Aus im Achtelfinale.

Auch im Teamwettbewerb mit Sven Herzig und Lukas Maier reichte es nicht zu mehr. Zwar erzielte das deutsche Trio mit 219 Ringen das viertbeste Ergebnis in der Runde der letzten 16, doch der Gegner aus den USA, der später im Finale Russland unterlag, war noch zwei Ringe besser. Kahllund: „Dass wir schon im Achtelfinale mit so einem Ergebnis ausscheiden, ist Pech.“ Dennoch zog der Fockbeker ein positives Fazit der Titelkämpfe. „Bei aller Enttäuschung über die Ergebnisse darf man nicht vergessen, dass hier die Besten der Weltam Start waren. Ich bin einfach nur glücklich, bei der WM dabei gewesen sein zu dürfen und werde viel mitnehmen.“

Die Rückreise gestaltete sich dann allerdings etwas weniger angenehm als der Hinflug. Kahllund hatte sich bei seinem Zimmerkollegen Sven Herzig mit einem Mageninfekt angesteckt, so dass er mehrfach die Bordtoilette aufsuchen musste und froh war, als er am Dienstag nach der Ankunft endlich wieder festen Boden betrat. „Dagegen war der Hinflug doch sehr, sehr angenehm.“

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