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Nortorf : Zentrallager-Erweiterung: Aldi erhöht den Druck

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Projektleiter bringt Umzug des Standorts ins Gespräch, sollte Expansion in Nortorf nicht möglich sein.

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 13:02 Uhr

Die Firma Aldi-Nord braucht ein größeres Zentrallager – und würde dafür sogar den Standort Nortorf aufgeben. Am Dienstag stellte der Discounter seine Pläne auf einer Einwohnerversammlung der Stadt Nortorf und der Gemeinde Schülp vor. Dabei wurde klar, dass es keine Alternative zur Fläche neben dem bestehenden Bau am südlichen Stadtrand von Nortorf gibt.

„Wenn man ganz neu baut, sind wir nicht mehr in Nortorf, sondern etwas nördlicher“, sagte Torsten Janke, Projektleiter für die Erweiterung des Aldi-Zentrallagers. Das bedeutet: Wenn das Unternehmen seinen Lagerkomplex nicht auf die derzeit vorgesehene Fläche im Süden ausdehnen kann, muss es den Standort wechseln. Große Gewerbegebiete nahe der Autobahn 7 gibt es etwa in Rendsburg-Süd oder Borgstedtfelde. Janke stellte klar, dass andere Flächen, etwa in der Gnutzer Straße südlich der L 328, zu klein für die Erweiterung sind. Die Pläne liegen zur Prüfung beim Innenministerium in Kiel. Derzeit spricht nichts gegen das Vorhaben.

Seit 1972 ist Aldi mit einem Zentrallager in Nortorf ansässig. Seit einigen Jahren gibt es bereits die Pläne zur mittlerweile dritten Erweiterung des Komplexes, diesmal um 20  000 Quadratmeter. 2015 hatte es eine ähnliche Einwohnerversammlung gegeben. Seitdem seien die Pläne noch einmal komplett überarbeitet worden, meint der Projektleiter. Rund 300 Mitarbeiter sind laut Janke zurzeit auf dem Gelände beschäftigt. Wie viele neue Arbeitsplätze durch die Erweiterung neu geschaffen werden, konnte er am Dienstag nicht beziffern. „Wir sind aber schon jetzt auf der Suche.“ Dass die Pläne für die Erweiterung neu überarbeitet werden, sei in der Zentrale in Essen entschieden worden, sagte Janke. So soll die Erweiterung auf den neuesten Standards basieren. Es sei geplant, dass die Höhe der Lagerhalle durch Regallagerung optimal ausgenutzt werden soll, erläutert der Projektleiter. Dadurch falle der geplante Bau deutlich geringer aus als vor eineinhalb Jahren ursprünglich geplant. Rund 6000 Quadratmeter kleiner soll die Erweiterung werden.

Etwa 30 Anwohner nahmen an der Versammlung teil. Dabei lag der Fokus auf den Themen Verkehr, Lärm sowie die Entwidmung des Timmasper Weges im südlichen Bereich der Straße. Die Firma will das Lager in Richtung Süden erweitern. Das hätte zur Folge, dass Teile des Timmasper Weges auf dem Firmengelände lägen. Deswegen werde diese Straße entwidmet und nicht mehr für die Öffentlichkeit nutzbar sein, erläutert Oliver Kühle, Architekt und Stadtplaner der Firma B2K aus Kiel. Der Timmasper Weg soll aus Richtung der Itzehoer Straße/Kolberger Straße in einem Kreisel auf dem Firmengelände enden, sodass Autos oder Laster problemlos wenden können. Auf der anderen Seite des Geländes soll der Timmasper Weg weiterhin als Straße nach Schülp bestehen bleiben. Aber auch hier sei ein Notfall-Kreisel vorgesehen, sollten sich insbesondere in der Anfangszeit Lastwagen verfahren. Eine Anlieferung von dieser Seite sei aber nicht mehr vorgesehen, alle derzeitigen Durchfahrten in dem vorhandenen Knick sollen geschlossen werden. Die Anlieferung erfolge zukünftig ausschließlich von Süden, versprach Janke. Nur ein Notfalltor, das beispielsweise im Brandfall genutzt werden kann, bleibe als Durchgang bestehen. Fußgänger sollen den Bereich über einen Redder weiterhin passieren können, der dann südlich am Grundstück verläuft.

Hinter einem Knick an der Ostseite des Geländes sowie an den Südrändern des Gebäudes soll eine Lärmschutzwand entstehen, die die Wohngebiete in der Nachbarschaft schützen soll. Diese Resonatorwand sei speziell für Geräusche, die bei Logistikunternehmen der Lebensmittelbranche entstehen, konzipiert worden, sagte Ingenieur Gernot Henrich aus Bochum. Der Lärm soll sich sogar reduzieren. Auch der Schattenwurf, den die Wand erzeugt, werde durch Glaselemente abgeschwächt.

Anwohner Horst Flindt beschwerte sich. Er erwarte, dass die benachbarten Grundstücke, insbesondere im Gewerbegebiet Eichenallee, durch die Schließung des Timmasper Wegs an Wert verlieren. Die Pläne und Gutachten sollen am kommenden Montag auf der Internetseite des Amtes Nortorfer Land zu finden sein.

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