zur Navigation springen

Arche Warder : Zeitreise in eine martialische Epoche

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Tausende Gäste ließen sich im Tierpark Arche Warder ins Mittelalter versetzen. Kämpfe mit Schwertern und Streitäxten nachgestellt.

Mit mehr als 6000 Tierparkgästen hat sich das verlängerte „Mittelalter Live“-Wochenende erneut als besucherreichste Großveranstaltung im Jahreskalender der Arche Warder erwiesen. 350 Mittelalter-Darsteller waren im Einsatz, um für die Besucher eine Zeitreise in die Vergangenheit zu inszenieren. Wobei die bedrohten Nutztierrassen der Arche keineswegs nur als Staffage dienten. Zu zeigen, wie Mensch und Tier in früheren Epochen zusammengelebt haben, gehört zum Grundkonzept der Arche Warder. „Unsere Tiere sollen auch an diesem Wochenende als Hintergrundrauschen und Kulisse stets präsent sein“, erklärte Tierparkdirektor Professor Dr. Dr. Kai Frölich, „wir wollen deutlich machen, dass Mensch und Tier eigentlich immer zusammengelebt haben, und dass ihre Entfremdung voneinander ein noch sehr junges Phänomen ist, das erst mit der industriellen Landwirtschaft begann.“

Der Tierpark versucht, dieser Entfremdung entgegenzuwirken. „Den Leuten zu zeigen: Was ist ein Rind? Was ist ein Schwein? Das ist unser pädagogischer Auftrag“, sagte Frölich. Passend dazu setzte sich an jedem Nachmittag des Mittelalter-Events eine Tierkarawane „zum Anfassen“ in Bewegung, die von Maultier „D’Jakarta“ angeführt wurde. Stammkräfte bei diesem Umzug durch den Tierpark sind auch die beiden Hinterwälder Rinder „Schorsch“ und „Beate“. Komplettiert wurde die tierische Karawane durch allerlei Ziegen und Lämmer. Ein das ganze Jahr über beim Tierpark-Publikum sehr beliebtes Spektakel fand sogar zweimal täglich statt: die Fütterung der schwimm- und tauchfreudigen Turopolje-Schweine. In dem Korral, wo bei anderen Aktionstagen „Natural Horsemanship“- oder Hütehund-Vorführungen stattfinden, hauten sich bei „Mittelalter Live“ verschiedene Wikinger-Horden aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ihre Schwerter und Streitäxte um die Ohren. Dass es sich dabei nicht um vorher einstudierte Schaukämpfe, sondern um sogenannte „Freikämpfe“ handle, betonte Jörn Kruse von der Gruppe „Castrum Plune“ aus Plön: „Die Gruppen treffen sich ja nur hier und kennen sich sonst nicht weiter.“ Die Mitglieder von „Castrum Plune“ sehen sich als slawischer Stamm im Jahre 1000. Gewänder und Kampfausrüstung sind selbstgemacht. Der gelernte Schmied Kruse nutzt Originalschwerter und -Reiteräxte aus Ausgrabungsfunden als Vorlage für die Produktion der „Castrum Plune“-Waffen. Möglichst authentisch will auch die Gruppe „Flaekingur“ aus Dithmarschen und Steinburg das Mittelalterleben darstellen. „Bei uns gibts vier Tage kein Fernsehen, keine Uhr, kein Handy“, erzählte Doris Müller. Bei einem Wikinger-Wurfspiel sammelten die „Flaekingur“-Mitglieder Spenden zugunsten der Arche Warder. Stammgast beim „Mittelalter Live“ im Tierpark ist auch der Verein „Op de Vogelwiesch“ aus Bordesholm. Christel Kropp und ihre Mitstreiter luden kleine Mittelalter-Fans wieder zum Korbflechten und Specksteinschleifen ein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen