Zeitreise in die wilden Siebziger

Deutsche und englische Lieder spielen Nina Heinrich-Wrage, Nesrin Grünau, Sönke Scharlau, Claudia Sokollek und Franz-Reinold Organista (von links) bei ihren Konzerten.
Deutsche und englische Lieder spielen Nina Heinrich-Wrage, Nesrin Grünau, Sönke Scharlau, Claudia Sokollek und Franz-Reinold Organista (von links) bei ihren Konzerten.

„Hüttenfolk“ präsentiert Folk- und Hippiemusik

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23. April 2019, 11:50 Uhr

Neu Duvenstedt | In einer Serie stellt die Landeszeitung jede Woche eine Band aus Rendsburg und der näheren Umgebung vor. In der sechsten Folge geht es zusammen mit „Hüttenfolk“ in ihren Proberaum auf dem Kolonistenhof in Neu Duvenstedt.

Wenn bei den Auftritten von „Hüttenfolk“ die Scheinwerfer angehen, stehen drei Generationen auf der Bühne. Was 2009 als Musikertreffen in einer Gaststätte auf dem Aschberg begann, hat sich in den vergangenen Jahren zu einer festen musikalischen Größe in der Region entwickelt.

Gründungsmitglied Franz-Reinold Organista erinnert sich: „Schon unser erster Auftritt in den Hüttener Bergen war der Knaller. Wir waren von der hervorragenden Resonanz ein bisschen überrascht.“ Sängerin Claudia Sokollek fügt hinzu: „Inzwischen sind wir viel in Norddeutschland herumgekommen, und die Menschen kennen uns.“

Die Umweltmanagerin war schon bei den ersten Treffen dabei, schloss sich der Band jedoch erst Jahre später in einem Rendsburger Café an. Sokollek: „Dort gab es eine Jamsession, bei der die Musiker spontan zu ihren Instrumenten griffen, und ich war zufällig vor Ort.“ Schon als kleines Mädchen lernte sie Liedtexte auswendig und sang auf der Schaukel. Ihr Vater schenkte ihr eine Blechflöte und brachte ihr Stücke wie „My Bonnie lies over the ocean“ und „Oh Susanna“ bei. Die heute 50-Jährige lernte anschließend Gitarre, Klavier und Cello. Ihre erste Flöte besitzt sie noch heute. Sie verrät: „Im Laufe der Jahre sind aber rund 30 weitere dazugekommen. Ich habe sie meistens von Reisen nach Irland und England oder Festivals mitgebracht.“

Franz-Reinhold Organista (62) macht seit seiner Jugend Musik. Er singt und spielt Ukulele, Gitarre und Mundharmonika. Dabei blieb er immer dem Folk treu. Organista: „Ich lebe auf einem kleinen Resthof in der Nachbarschaft des Kolonistenhofes und wollte nicht immer so weit fahren müssen, um mit anderen Menschen zu musizieren.“ Über die Landeszeitung und die Eckernförder Zeitung suchte er nach Gleichgesinnten und wurde fündig – 30 Musiker kamen zum ersten Treffen auf den Aschberg.

Obwohl sich die Bandbesetzung seitdem oft geändert hat, war das Programm immer klar. Auf der Setliste stehen Folklieder aus aller Welt. Organista erklärt: „Unser Schwerpunkt liegt beim deutschen Folk und der Hippiemusik, mit der viele unserer Mitglieder und unsere Eltern aufgewachsen sind.“ „Hüttenfolk“ spielen neben American Folk, Irish Folk und traditionellen deutschen Liedern auch Coverversionen wie „Gewinner“ von Clueso.

Sängerin Nina Heinrich-Wrage (47) berichtet: „Ich hatte zwar nie professionellen Gesangsunterricht, aber solange ich mich erinnern kann, war die Musik ein wichtiger Teil meines Lebens. Je mehr der Stress im Alltag wird, desto lauter singe ich.“ Auch nach sechs Jahren in der Band ist sie vor den Auftritten noch immer aufgeregt. Mit einem Augenzwinkern sagt die Grundschullehrerin: „Aber wenn das weg ist, braucht man das gar nicht mehr zu machen.“

Nesrin Grünau (29) ist seit über fünf Jahren bei „Hüttenfolk“. Die Erzieherin arbeitet in einer Waldgruppe mit musikalischer Früherziehung. Nach Feierabend unterstützt sie die Band mit Gesang, Ukulele, Gitarre und Cajon. Sie brachte ihren Freund und Bassisten Sönke Scharlau (32) mit zu den Proben. Scharlau: „Eigentlich komme ich aus dem Rockbereich, aber nachdem sich meine alte Band nach 18 Jahren aufgelöst hatte, ist ‚Hüttenfolk‘ eine angenehme und vielfältige Abwechslung.“

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