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Landeszeitung

24. August 2017 | 13:02 Uhr

Zahl der Straftaten im Kreis sinkt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Neue Kriminalitätsstatistik: Polizei verzeichnet elf Prozent weniger Einbrüche / Beamte wollen Aufklärungsquote weiter verbessern

Der Rendsburger Revierleiter Andreas Tix und seine Kollegen haben ein Problem der besonderen Art. Die Kriminalitätsstatistik 2015 für den Kreis Rendsburg-Eckernförde, die gestern vorgestellt wurde, weist eigentlich verhältnismäßig gute Zahlen aus. Die Gesamtkriminalität ist im Vergleich zum Vorjahr um 12,3 Prozent zurückgegangen. Das sind zwar immer noch 13  195 Straftaten, damit aber auch 1852 weniger als 2014. Das Problem an der Sache: Die gefühlte Sicherheitslage in der Bevölkerung sieht ganz anders aus. „Wir sind auf dem Weg, deutlich sicherer zu leben“, sagt der Revierleiter. Aber Delikte wie beispielsweise Wohnungseinbrüche erregen viel Aufmerksamkeit in der Nachbarschaft – und sorgen für große Verunsicherung in der Bevölkerung. Dass die Einbruchsquote im Kreis um 10,6 Prozent (in 2014: 755 Einbrüche; in 2015: 675 Einbrüche) zurückgegangen ist, führt Kripo-Chef Erhard Böttcher zum einen auf Fahndungserfolge zurück. Eine 2014 festgenommene Tätergruppe sei für einen Großteil der Einbrüche in der Region verantwortlich gewesen – auch wenn ihr nur ein Bruchteil nachgewiesen werden konnte – und taucht damit in der Statistik für 2015 nicht mehr auf. Besonders deutlich spürbar war der Rückgang der Wohnungseinbrüche in Rendsburg (28 Prozent weniger) und in Büdelsdorf (38 Prozent weniger).

Zum anderen liege der Rückgang daran, dass die Aufklärungsarbeit der Polizei jetzt Früchte trage. „Fast bei der Hälfte der Einbrüche blieb es beim Versuch“, betont Böttcher. „Das führen wir auch auf unsere Präventionsarbeit zurück.“ Die Einbrecher seien häufig in verschiedenen Gruppen gleichzeitig tätig und begehen drei bis fünf Einbrüche pro Raubzug. Wenn eine dieser Gruppen aus dem Verkehr gezogen wird, sinkt die Zahl der Einbrüche spürbar. „Wir vermuten, dass viele Täter aus dem Hamburger Umland kommen“, sagt Bernd Lohse, Leiter der Polizeidirektion Neumünster. Um ihnen auf die Spur zu kommen, stelle das Land jetzt 28 weitere Mitarbeiter zur Spurensicherung ein, sagt er. Denn aufgeklärt wurden nur 11,3 Prozent aller Wohnungseinbrüche – eine zwar leicht verbesserte Tendenz, aber eben auch keine gute.

Ein differenziertes Bild gibt es bei schweren Straftaten wie etwa Raub und Sexualdelikten. Während es bei Raub eine Zunahme um 16,1 Prozent gab (in 2014: 87 Delikte; in 2015: 101 Delikte), sank die Zahl der Sexualstraftaten von 138 auf 123. Rund 15 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die größte positive Veränderung hat es bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten gegeben. Hier ist ein deutlicher Rückgang um 32,2 Prozent zu verzeichnen. Mit 2179 Delikten gab es hier 1036 Straftaten weniger als im Vorjahr (3215). Allerdings tauchen in der Statistik von 2014 auch 900 Fälle von Kreditkartenbetrug auf, die einem überführten Täter zugeschrieben werden konnte – und der sein Unwesen somit 2015 nicht mehr treiben konnte. Ein weiterer Schwerpunkt bei den Betrugsdelikten fällt auf die Internetkriminalität.

Nicht wesentlich besser hat sich die Anzahl minderjähriger Tatverdächtiger im Kreis entwickelt. Sie ist allerdings mit 15,2 Prozent auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Das war nicht immer so. Zum Vergleich: 2008 lag der Anteil tatverdächtiger Jugendlicher im Kreis mit 22,3 Prozent auf einem traurigen Höchststand. „Entscheidend für den Rückgang war die verbesserte Vernetzung zwischen Staatsanwaltschaften, Jugendämtern und der Polizei“, sagt Bernd Lohse. „Aber auch der demografische Wandel spiegelt sich möglicherweise in der Statistik wider“, räumt der Behördenleiter ein.

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erstellt am 01.Apr.2016 | 14:52 Uhr

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