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Vogelwelt erwacht : Zärtlicher „Kuss“ im Vorbeiflug

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Paare der Fluss-Seeschwalbe bieten derzeit ein imposantes Naturschauspiel am Wittensee.

Ein rasselndes Klirren ertönt im frischen Ostwind am Ufer des Wittensees. Ein Blick in den blauen Himmel verrät die Verursacher: Ein Pärchen Schellenten ist mitten in der Balz und das Männchen jagt seiner Auserwählten hinterher. Noch vor ein paar Wochen buhlten mehrere Männchen in Gruppen um die Weibchen, mittlerweile sind immer öfter Saisonpaare zu entdecken.

Beim Fliegen verursachen diese Enten, wie der Name schon sagt, ein schellendes Geräusch, welches Naturbeobachtern auch ohne große Artenkenntnisse die Bestimmung erleichtert. „Die Schellenten sind Höhlenbrüter. Sie wählen für die Brut oft Asthöhlen oder Bruthöhlen von Schwarzspechten“, erklärt Horst Andritzke, Ornithologe und Schutzgebietsbetreuer am Wittensee. Die Weibchen hier werden schon bald Nistkästen am Ufer des Sees aufsuchen. Denn natürliche Baumhöhlen existieren in den Hüttener Bergen nur wenige.

Einen Schritt weiter im Brutgeschäft sind bereits die Fluss-Seeschwalben. Erst vor wenigen Tagen sind die ersten Exemplare der Langstreckenzieher aus den Überwinterungsgebieten in Afrika zurückgekehrt. Doch schon haben sie die als künstliche Nisthilfe ausgebrachten Brutflöße wieder bevölkert. Wendig stürzen die Flugkünstler aus der Höhe ins Wasser hinab und erwischen mit etwas Glück den ein oder anderen kleinen Fisch. Die wertvolle Beute wird im Moment jedoch nicht selbst verspeist, sondern der Partnerin als Brautgeschenk serviert. Das Naturschauspiel ähnelt einem Kuss der beiden Tiere. „Die Fischübergabe zu Beginn der Brutzeit ist typisch für Seeschwalben und dient der Festigung der Partnerschaft“, weiß Horst Andritzke zu berichten. „Fluss-Seeschwalben leben in monogamer Saisonehe. Es wurde aber schon Partnertreue über vier Jahre nachgewiesen“, so der Ornithologe weiter. Auch die Fluss-Seeschwalben am Wittensee werden also augenscheinlich in Kürze mit der Brut beginnen.

Die Brut abgeschlossen haben hingegen schon einige Stockentenpaare. Das ein oder andere Weibchen führt bereits Küken. Als Nestflüchter schwimmen die Kleinen sofort neben ihrer Mutter herbei und suchen sich auch ihre Nahrung schon nach wenigen Stunden selbst aus dem Wasser. Die aus Südosten anrollenden Wellen machen einigen der wenige Tage alten Küken mächtig zu schaffen – nur mit Mühe können sie ihrer Mutter durch das Auf und Ab des tanzenden Wassers folgen. „Die Stockente ist die häufigste Ente bei uns und ist an allen Arten von Gewässern anzutreffen“, freut sich Schutzgebietsbetreuer Andritzke über den lebendigen Nachwuchs am Wittensee.

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