Neuer Verein : „Wüstenblumen“ helfen Frauen in Not

Der neue Verein soll die beruflichen Chancen von Frauen fördern. Mit dabei sind Raya Nassan (von links) und ihre Tochter Sabah Dukhan, Aisha Nasif, Nathalie Harrsen und Shaza Haisan (hinten).
Der neue Verein soll die beruflichen Chancen von Frauen fördern. Mit dabei sind Raya Nassan (von links) und ihre Tochter Sabah Dukhan, Aisha Nasif, Nathalie Harrsen und Shaza Haisan (hinten).

Der Rendsburger Verein unterstützt Zugewanderte und setzt sich für die Gleichberechtigung ein.

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13. September 2018, 18:47 Uhr

Frauen in Notsituationen unterstützen, ihre beruflichen Chancen fördern und sich für Gleichberechtigung einsetzen: Das will der Verein „Wüstenblumen – Teilhabe für Zugewanderte im Kreis Rendsburg-Eckernförde“ erreichen.

Die Anfang August gegründete Gruppe plant zurzeit ihre erste Aktion: Ein Gedichtabend am Donnerstag, 27. September, ab 18 Uhr in der Materialhofstraße 1. Dort werden Texte der Frauen in verschiedenen Sprachen vorgetragen und übersetzt. Anschließend gibt es ein internationales Buffet.

Sie stammen aus Afghanistan, Costa Rica, Türkei, Guatemala, Indonesien, Ukraine, Armenien und Deutschland. Die Frauen und auch Männer wollen in der Region gemeinsam etwas bewegen. Kopftücher im Berufsalltag, die Verstümmelung von weiblichen Genitalien, Gewalt in der Ehe oder religiöse Verfolgung sind nur einige Themen auf ihrer Agenda. Mit Diskussionsabenden, Dia-Vorträgen, Beratungsangeboten und Aktionen in der Öffentlichkeit wollen die „Wüstenblumen“ diese Probleme angehen und auf sie aufmerksam machen.

Der Name des Vereins ist Programm: „Egal, welche Widrigkeiten sich uns Frauen in den Weg stellen, wir werden trotzdem blühen“, sagt Rosana Trautrims, die gemeinsam mit Zhanna Baghdasaryan und Lourdes Porras Rodriguez den dreiköpfigen Vorstand der „Wüstenblumen“ bildet. Natürlich gebe es viele Projekte, die sich für Integration, Gleichberechtigung und Aufklärung einsetzen. Das Problem sei, dass sie die Zugewanderten häufig nur als Bedürftige, aber nicht als starke Vertreter der eigenen Interessen einbinden. „Die Frauen wissen doch am besten selbst, wobei sie Hilfe brauchen. Deshalb sind diejenigen, an die sich unser Angebot richtet, auch aktiver Teil des Vereins. Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe und wollen ein aktiver Teil der deutschen Gesellschaft sein.“ Auf die Idee eines Vereins, der sich speziell an Frauen verschiedenster Länder richtet, kam Zhanna Baghdasaryan. Die 25-Jährige aus Armenien weiß, wie schwierig es ist, als Frau in einem fremden Land Fuß zu fassen. Die alleinerziehende Mutter kam vor drei Jahren als Geflüchtete nach Rendsburg. Sie hat viel durchgemacht und versucht, sich ein neues Leben aufzubauen.

Nicht nur Frauen wollen sich bei den „Wüstenblumen“ engagieren. Muhammad Alhussain aus Syrien ist von Beginn an dabei: „Ich wünsche mir gleiche Rechte für Frauen und Männer überall auf der Welt. Dafür werde ich mich einsetzen. Das mache ich für mich, meine zukünftige Frau und meine Kinder.“ Die Idee scheint Anklang zu finden. Mittlerweile umfasst der Verein mehr als 40 Mitglieder.

Wer mehr über die „Wüstenblumen“ erfahren möchte, kann sich mit Rosana Trautrims in Verbindung setzen, Tel.: 0 43 31 / 9 45 36 37, Mail: trautrims.ist@utsev.de

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