Würfel und Kartenspiele bleiben im Schrank

Alleine macht Skip-Bo irgendwie keinen Spaß, findet Ute Brüning, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Bergenhusen.
Alleine macht Skip-Bo irgendwie keinen Spaß, findet Ute Brüning, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Bergenhusen.

Spielenachmittag des DRK-Bergenhusen wird eingestellt / Sinkende Teilnehmerzahlen

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07. Februar 2019, 15:11 Uhr

In der alten Meierei in Bergenhusen brennt kein Licht. Im Gemeinschaftsraum ist es kalt – Stille. Nur Ute Brüning hat sich einen der Stühle zurecht gerückt und legt eine Spielkarte nach der anderen auf den Tisch. Die Vorsitzende des DRK-Ortsvereins schaut sich um und sagt traurig: „Früher war hier einiges los. Es wurde gelacht, gespielt, geklönt – das waren Zeiten, doch die sind irgendwie vorbei!“

25 Jahre lang kamen an jedem ersten Donnerstag im Monat Bergenhusener zu einem Spielenachmittag zusammen. Zu Hochzeiten waren es 30 Leute, erzählt Brüning. Mittlerweile bestehe der Treff nur noch aus dem harten Kern: fünf älteren Damen – eine gesellige, aber kleine Doppelkopfrunde. „Die Pfennige haben früher auf den Tischen geklirrt, wenn Doppelkopf mit Einsatz gespielt wurde. Da ging es auch schon mal heiß her“, erzählt Brüning mit einem Lächeln. Heute sei die Gruppe aber so sehr geschrumpft, dass die sich auch privat treffen könne und der Spieletreff in der Alten Meierei sich nicht mehr lohnt.

Damit verschwinden dann aber auch die alten Spiele, wie „Mensch ärgere Dich nicht“ und „Skip-Bo“ für immer im Schrank. „Es ist ein Zeichen der Zeit, dass man sich nicht mehr in einem Verein trifft. Alles findet nur noch zu Hause im Privaten statt“, versucht Brüning eine Erklärung zu finden. Zudem gebe es heute ein viel größeres Freizeitangebot als früher, sodass viele andere Hobbys verfolgen und gar keine Lust mehr auf den Spieletreff haben. Vor 25 Jahren dagegen bereicherte der Nachmittag noch den Alltag – angeregt von der ehemaligen Vorsitzenden Annemarie Pauls sollte das Freizeitangebot Bergenhusens vor allem für die Frauen vergrößert werden. Der Spieletreff war eine Möglichkeit, sich auch mal außer Haus zu treffen. Zuerst gab es eine Kaffeetafel, dann durfte für drei Stunden geklönt und gespielt werden.

Würfel, die mit einem Klackern auf der Holzplatte aufkommen. Karten, die sich beim Mischen ineinander schieben. Eine Spielfigur, die mit einem Ticken auf das Spielbrett in neue Position gebracht wird – im Feuerwehrgerätehaus fehlen diese Geräusche nun. „Der Spielenachmittag hat uns nicht nur immer viel Spaß gebracht, sondern fungierte auch wie eine Säule des Gemeinschaftslebens. Es ist schade, dass daran wohl kein Interesse mehr besteht“, sagt Brüning und steckt die Skip-Bo-Karten zurück in die Schachtel. Wenn sich genügend Interessierte bei ihr melden, dann will sie nochmal einen Versuch starten: Den Spieleschrank wieder aufschließen, Kaffee- und Kuchenduft verbreiten und an die guten, alten Zeiten anknüpfen. „Ich würde mich über jeden – auch jeden Alters – freuen, der Lust hat mitzumachen. Auch neue Vorschläge und Veränderungen sind willkommen“, sagt die 68-Jährige und schließt die Tür der Alten Meierei hinter sich.

>Kontakt: Ute Brüning, Telefon 04885 / 563.

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