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Öffnung der Oströhre : WSV bestätigt: Bauarbeiten am Kanaltunnel Rendsburg verzögern sich

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Oströhre des Kanaltunnels wird offenbar erst im Mai fertig – zwei Monate später als gedacht. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung weist die Schuld von sich.

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2016 | 10:01 Uhr

Rendsburg | Die Fertigstellung des Kanaltunnels verzögert sich erneut. Wie die Landeszeitung aus Behördenkreisen erfuhr, wird an der Oströhre vermutlich noch einmal zwei Monate länger gearbeitet als zuletzt angenommen. Die für die Baustelle zuständige Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) bestätigte die Informationen am Donnerstagnachmittag bei einer Pressekonferenz. Damit wird ein nur wenige Monate alter Zeitplan schon wieder über den Haufen geworfen. Bestenfalls wird die Oströhre Anfang Mai wieder geöffnet.

Immer wieder gibt es Verzögerungen bei der Sanierung der Oströhre des Kanaltunnels. Letzter Stand: 2018 soll der komplette Tunnel fertig sein.

Erst im November hatte die für die Baustelle zuständige Wasser- und Schifffahrtsverwaltung versprochen, dass die Oströhre Anfang März für den Verkehr geöffnet wird. Zuvor war das Ende der Bauarbeiten bereits mehrmals verschoben worden. Dass der jüngste Abschlusstermin nun auch nicht gehalten werden soll, versetzt die Region in Aufruhr. Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer zeigte sich fassungslos. Sebastian Schulze vom Unternehmensverband Mittelholstein (UVM) sprach von einem „großen Vertrauensverlust in die Behörden“.

Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer ist entsetzt über die neue Hiobsbotschaft in Sachen Kanaltunnel. „Ich bin völlig fassungslos über diese Verzögerung.“ Der Chef der Kreisverwaltung sagte am Mittwoch, dass auf die von der WSV vorgelegten Zeitpläne überhaupt kein Verlass sei.

Zudem ärgert sich Schwemer über die geringe Verfallszeit dieser Pläne. Ministerialdirektor Reinhard Klingen aus dem Bundesverkehrsministerium hatte im November 2015 gegenüber der Kreispolitik deutlich gemacht, dass die Bauarbeiten an der Oströhre im Februar abgeschlossen werden könnten. Schwemer: „Aber die schaffen es ja nicht einmal, einen Plan von November bis Februar einzuhalten.“

Dass dieses Versprechen nun gebrochen wird, ist auch für Sebastian Schulze, Mitglied der Geschäftsführung des Unternehmensverbandes, „ein Schlag ins Kontor“. Er sagte: „Die Überforderung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung wird immer deutlicher. Sie verspielt jegliches Vertrauen.“

Die Schuld für die erneute Verzögerung weist die WSV allerdings von sich. Stattdessen übt sie Kritik an der Firma, die für die Tunneltechnik verantwortlich ist. Man habe sich überschätzt oder sei mit der Arbeit überfordert gewesen, heißt es von der WSV. Die Arbeiten sollten eigentlich bereits Ende 2015 abgeschlossen sein. Doch obwohl zweitweise bis zu 40 Mitarbeiter im Einsatz waren, ist ein Ende nicht in Sicht.

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